Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Neugestaltung der Arbeitszeiten unumgänglich

Beschäftigungskrise erfordert neue Antworten

Ganz Europa und im zunehmenden Maße auch Österreich sind von einer Beschäftigungskrise erfasst. In Österreich sind aktuell fast 400.000 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist der höchste Wert seit den fünfziger Jahren. Es ist nicht davon auszugehen und völlig unrealistisch, dass es in nächster Zeit ausreichende Wachstumsraten gibt, um die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Während Hunderttausende auf Arbeitszeit Null gesetzt sind, gibt es immer mehr Beschäftigte, die zu lange arbeiten. Bei der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit und den Überstunden liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld.

Arbeit teilen – Beschäftigung sichern

Die derzeit geltende gesetzliche Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche wurde im Jahr 1975, also vor 40 Jahren, eingeführt. In vielen Kollektivverträgen liegt die Wochenarbeitszeit darunter, etwa bei 38,5 Stunden. Aber auch hier wurden die letzten Verkürzungen vor 25 Jahren durchgeführt. Die verkürzte Wochenarbeitszeit ist bei vielen ArbeitnehmerInnen jedoch nie angekommen, die tatsächliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigung liegt in Österreich bei rund 42 Stunden.

Länger gesund arbeiten!

Es gibt aber auch noch weitere Gründe, die für eine Arbeitszeitverkürzung sprechen. Wenn wir wollen, dass die Menschen in Zukunft länger berufstätig und dabei gesund, leistungsfähig, motiviert und kreativ bleiben, dann müssen die Erwerbsbiografien in Zukunft anders aussehen.

Dann brauchen wir neue Arbeitszeitmodelle, die den ArbeitnehmerInnen mehr Zeit zum Leben lassen, Zeit für Familienleben, Regeneration, Sport oder Weiterbildung sowie für die Teilhabe am politischen und kulturellen Leben.

Männer wie Frauen brauchen mehr Zeit, wenn sie kleine Kinder zuhause haben oder eine/n Angehörigen pflegen, ebenso wollen sie vielleicht gegen Ende des Berufslebens langsam weniger arbeiten. Es ist kein Modell für die Zukunft, wenn Frauen in immer größerem Ausmaß Teilzeit arbeiten und Männer Überstunden leisten.

Mutige und kreative Schritte gefragt

Deshalb brauchen wir jetzt mutige Schritte in Richtung Arbeitszeitverkürzung. Zum Beispiel eine die Freizeitoption, die wir gerade in der Elektroindustrie umgesetzt haben oder die 4-Tage-Woche. Wir müssen auch die ausufernden All-In-Verträge und Überstunden begrenzen.

Artikel weiterempfehlen