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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

GPA-djp: Österreichischer Handel braucht Fairnesspaket

Zahlen zur Kurzarbeit zeichnen unterschiedliches und zum Teil dramatisches Bild - Onlinehandel muss Beitrag leisten!

Wien (OTS) - „Die aktuellen Zahlen zur Kurzarbeit im Handel zeichnen in Teilbereichen ein dramatisches Bild. Es braucht dringend Impulse von Seiten der Politik zur Kaufkraftstärkung. Durch den verfestigten Trend zum Online-Handel ist ein Fairnesspaket nötig, um den Konkurrenzkampf zwischen stationärem Handel und Onlinehandel auszugleichen“, so Anita Palkovich (GPA-djp), KV-Verhandlerin im Handel, und Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp.
 
Eine Analyse der Zahlen des AMS zur ersten Etappe der Kurzarbeit zeigt wie unterschiedlich die Situation im Handel ist. Derzeit befindet sich jede/r zweite Handelsangestellte (über 280.000) und jeder zweite Betrieb in Kurzarbeit. Der Lebensmittelhandel blieb in der Lockdownphase als systemrelevanter Bereich sowohl von Umsatzeinbrüchen, steigenden Arbeitslosenzahlen als auch von Kurzarbeit verschont. Ganz anders der Textil- und Schuhhandel, in dem sich fast 90 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit befinden. Der Großhandel und der KfZ-Handel werden sich angesichts der internationalen Entwicklungen und aufgrund der Entwicklung anderer Teile der Wirtschaft hoffentlich wieder rasch erholen.
 
Gleichzeitig sind die Umsätze im Onlinehandel schon 2019 auf ein Rekordhoch von 7,5 Milliarden Euro gestiegen. Durch die Coronakrise hat sich der Trend zum Online-Shopping noch verstärkt. Dieser Trend ist sowohl bei den KonsumentInnen als auch bei den Betrieben zu beobachten.  Große Teile der Gewinne sind ins Ausland abgeflossen. Amazon, Zalando und Co. profitieren von ungeregelten und ungleichen Wettbewerbsregelungen.
 
„Deshalb braucht es umgehend ein Fairnesspaket um den Konkurrenzkampf zwischen stationärem Handel und Onlinehandel entgegen zu treten. Die Bundesregierung darf hier nicht mehr länger zuschauen und muss alle Akteure zur Erarbeitung eines digitalen Aktionsplans an einen Tisch bringen. Im Rahmen eines Fairnesspakets im Handel muss unter anderem die Digitalsteuer rasch auf Gebühren für Onlineplattformen ausgedehnt werden. Dieses Geld soll Zukunftsperspektiven schaffen und zweckgewidmet für dringend notwendige Qualifizierungsmaßnahmen für Handelsangestellte zur Verfügung stehen. Zum einen werden in der Branche neue Qualifikationen rund um den Onlinehandel nachgefragt und zum anderen muss die Entwicklung in andere Branchen wie z.B. den Gesundheitssektor möglich sein“, so Palkovich.

Die GPA-djp begrüßt die Senkung des Einstiegssteuersatzes, jedoch muss eine steuerliche Ersparnis von mindestens 350,- Euro für alle garantiert sein. Hier muss die angekündigte Negativsteuer entsprechend angepasst sein. Teilzeitbeschäftigte spüren die steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung kaum und benötigen dieses Geld aber dringend, dies würde auch dem Handel zugutekommen.

Im Hinblick auf die kommende KV-Runde gibt es eine klare Priorität.

„Wir werden für den Erhalt des größten Flächenkollektivvertrages kämpfen. Die halbe Million Handelsangestellten brauchen jetzt Sicherheit und Berechenbarkeit als Grundlage für Konsum. Die Sicherung der Kaufkraft ist insbesondere für den österreichischen Handel existenzsichernd. Der Handel würde sich selber immens schaden, wenn Beschäftigte Reallohnverlust erleiden würden“ erklärt der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Martin Müllauer.

 

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