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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Medien: Geplante Förderrichtlinie massive Wettbewerbsverzerrung

Journalistengewerkschaft fordert Unterscheidung von Kauf- und Gratiszeitungen

Wien (OTS) – Die Corona-Krise hat die Medienunternehmen in einer bereits schwierigen Situation getroffen. Die derzeitigen Erlöseinbrüche im Anzeigengeschäft bringen die Unternehmen unter enormen wirtschaftlichen Druck. Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp hat mit Erleichterung vernommen, dass die Bundesregierung die brisante Situation erkannt hat und ein Hilfspaket schnürt. „Die bisher dazu bekannt gewordene Förderrichtline für Tageszeitungen kann aber keinesfalls ausgereift sein, weil eine massive Wettbewerbsverzerrung beinhaltet ist", kritisiert Eike-Clemens Kullmann, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp. Ist doch vorgesehen, dass Zeitungen vier Euro pro Exemplar der Druckauflage auf Basis der Daten des Jahres 2019 erhalten sollen. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um Kauf- oder Gratismedien handelt.

"Zwei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle werden damit über einen Leisten geschoren. Es liegt in der Natur der Sache, dass Gratiszeitungen deutlich höhere Auflagen drucken können, weil sie nicht dem Verkaufszwang unterliegen", argumentiert Kullmann. Außerdem wird unter völlig anderen Voraussetzungen produziert: "Die Kauf-Tages- und Wochenzeitungen unterliegen Kollektivverträgen und haben dadurch deutlich höhere Personalkosten als Unternehmen, für die es keine Grenze nach unten gibt." Diesem Umstand müsse Rechnung getragen werden. Zudem müsse ein Förderkriterium die Anerkennung des Presserates sein.

"Wir fordern, dass Zeitungen, die ihre zahlenden Leser tagtäglich aufs Neue überzeugen müssen, anders behandelt werden als Gratismedien, die nach dem jetzt vorliegenden Modell das größte Stück des Kuchens abbekommen würden." Die Gewerkschaft wendet sich damit nicht gegen die Förderung von Gratismedien und begrüßt Hilfen zum Erhalt der dortigen Arbeitsplätze. "Aber wir brauchen Fairplay", sagt Kullmann.

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