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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

GPA-djp-Teiber zum Regierungsprogramm: Pflegekapitel ist schwere Enttäuschung

Finanzierung planlos, Pflegelehre schlechte Idee

Wien (OTS) – „Das Pflegekapitel im Regierungsprogramm ist leider eine schwere Enttäuschung. Die neue türkis-grüne Regierung ist bei der Pflegefinanzierung völlig planlos“, stellt Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp fest: „Das Kabinett Kurz I wollte einen Masterplan Pflege, der nie gekommen ist, das Kabinett Kurz II plant jetzt eine sogenannte Taskforce. Nichts davon hilft Patientinnen und Patienten, Angehörigen oder Beschäftigten in der Pflege.“

Die Gewerkschafterin sagt: „Eine ominöse Pflegeversicherung, von der niemand weiß, was das eigentlich sein soll und wer diese bezahlen soll, wird den Pflegenotstand nicht lösen.“ In den nächsten Jahren werde die Pflegebedürftigkeit in der Bevölkerung stark ansteigen und das müsse finanziert werden, so Teiber.

Sie schlägt vor: „Eine Millionärssteuer sollte einen wichtigen Beitrag leisten. Das tut Multimillionären nicht weh und hilft vielen tausenden Menschen in dieser Lage.“

Auch bei der Pflegeausbildung ist die neue Regierung auf einem Irrweg, wenn sie die Einführung einer Pflegelehre plant. „15-Jährige gehören an kein Pflegebett. Niemand käme auf die Idee 15-Jährige in Polizei-Uniformen zu stecken, wenn es bei der Exekutive Personalmangel gäbe. Die Lehre ist für den Pflegeberuf die falsche Ausbildungsform“, erklärt Susanne Hofer, Jugendvorsitzende der GPA-djp.

Sie fordert eine Ausbildung in einer berufsbildenden höheren Schule (BHS): „In einer BHS für Pflegeassistenzberufe soll modulhaft die Ausbildung zur Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz absolviert werden können. Dadurch kann auch gewährleistet werden, dass Jugendliche nicht zu früh den psychischen Belastungen von Pflegearbeit ausgesetzt sind. Pflege ist emotionale Schwerstarbeit, die entsprechend begleitet werden muss, etwa durch Supervision“.

Teiber und Hofer sprechen sich darüber hinaus für eine Attraktivierung des Berufsbilds Pflege aus, etwa durch die Einführung einer 35-Stunden-Woche in dieser Branche. Darüber wird bei den Kollektivvertragsverhandlungen am 15. Jänner verhandelt.

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