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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Angestelltengewerkschaften vor 1945

Zur Gründung erster Angestelltenorganisationen kam es bereits in der Zeit vor dem Ersten weltkrieg: 1893 bildete sich der Verein der kaufmännischen Angestellten. Der Verein der Versicherungsbeamten folgte 1901, der Reichsverein der Bank- und Sparkassenbeamten 1907 und 1912 der Bund der kaufmännischen Industriebeamten.

In der Ersten Republik blieben die bis zu dieser Zeit zahlreich entstandenen Fachgewerkschaften selbstständige Vereine. Auch die Angestelltengewerkschaften begnügten sich damit, in der Sektion der Privatangestellten eine Koordinationsstelle zu besitzen, und waren nicht bereit, auf ihre Eigenständigkeit zu verzichten. Erst unter den Bedingungen der Illegalität im Ständestaat traten die Sonderinteressen in den Hintergrund. Die Freie Angestelltengewerkschaft Österreichs (FRAGÖ) wurde im September 1934 in Bratislava unter der Leitung von Friedrich Hillegeist gegründet. Die angedachte Organisationsstruktur war eine einheitliche Gewerkschaft für alle Angestellten in der Privatwirtschaft.

Verbot der Gewerkschaften

In der "Einheitsgewerkschaft" des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes waren die Angestellten in "Berufsverbänden" und Fachgruppen (die als Gewerkschaften" bezeichnet wurden) zusammengefasst. Am 3. März 1938 kam es, im Hinblick auf die drohende nationalsozialistische Gefahr, doch zu einem Gespräch zwischen Kurt Schuschnigg und einem Verhandlungskomitee der Freien Gewerkschaften unter Führung Hillegeists. Die einzige Bedingung zur Zusammenarbeit, nämlich dass die Freien Gewerkschaften wieder zugelassen werden sollten, wurde vom Kanzler abgelehnt.

Mit der Rede Schuschniggs am Abend des 11. März und seinem resignierenden Wunsch "Gott schütze Österreich" war das Schicksal des Landes besiegelt. In der "Deutschen Arbeitsfront" des NS-Regimes gab es keine eigene Angestelltenorganisation.

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