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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp

GPA-djp-Fetik: „Bundesregierung will Frauen aus der Erwerbsarbeit drängen und Kinder bestrafen!“

Zuerst 12-Stunden-Tag, jetzt Rufe nach längeren Öffnungszeiten im Handel – Kinder und Beschäftigte bleiben auf der Strecke

„Offenbar wünschen sich manche ein Retromodell aus den Fünfzigerjahren, was die Erwerbsbeteiligung von Frauen angeht. Und die übereifrige Bundesregierung liefert sogleich“, kommentiert Ilse Fetik, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) die Entwicklungen in der Arbeitszeitgesetzgebung und bei der Mittelvergabe für Kinderbetreuung/-Bildungseinrichtungen.

Der 12-Stunden-Arbeitstag macht Vereinbarung von Beruf und Familie unmöglich. Die Bundesfrauenvorsitzende rechnet vor: „Bereits jetzt haben nur knapp über zehn Prozent der Kindergärten länger als zwölf Stunden am Tag geöffnet – und das nicht österreichweit und mit großem Unterschied in Stadt und Land. Mit Anfahrtszeiten ist das aber für Berufstätige unbedingt notwendig, wenn ihnen neuerdings jederzeit spontan zwölf Stunden Arbeit am Tag angeordnet werden können.“ Dazu komme, dass Ministerin Bogner-Strauß dem Vernehmen nach plane, Geldmittel nur auf ÖVP-geführte Bundesländer aufzuteilen. Fetik dazu: „Jedes Kind muss gleich viel wert sein, ob es nun in Wien, Niederösterreich oder in Kärnten lebt. Schon jetzt haben wir in den Einrichtungen zu wenig qualifiziertes, gut bezahltes Personal - wie soll das dann mit erweiterten Öffnungszeiten, Schichtdiensten usw. weitergehen? Daher brauchen wir nicht gleich viel, sondern mehr Investition in diese Bereiche. Kinder kann man doch auch nicht einfach flexibel an der Garderobe „abgeben“ - je nachdem wie das der Chef gerade will.“

Politik gegen Kinder, Eltern und Beschäftigte

Die Gewerkschafterin sieht in diesen Plänen eine Politik GEGEN Kinder, Eltern und Beschäftigte: „Dieser Regierung geht es nicht darum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern – im Gegenteil: Frauen werden noch mehr in die Teilzeit- und Armutsfalle gedrängt oder sollen überhaupt zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern.“

Handel besonders betroffen

Besonders sei auch der Handel betroffen, so Fetik: „Das Gesetz zum 12-Stunden-Tag ist noch keine Woche gültig, da fordert der Handelsverband bereits längere Gesamtöffnungszeiten. Es kann nicht angehen, dass hier Profitmaximierung auf dem Rücken der Kinder und der Beschäftigten betrieben wird.“

Um die Interessen von Eltern noch besser vertreten zu können, haben die ÖGB-Frauen gemeinsam mit der Arbeiterkammer die Online-Umfrage „Kind & Job – Wie schaffen Sie das?“ gestartet. Unter www.arbeiterkammer.at/umfrage können ArbeitnehmerInnen seit gestern sechs Wochen lang ihre ganz persönliche Situation beschreiben.

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