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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Plakat der Frauenbewegung 1914

100 Jahre Frauenwahlrecht

Erste Spuren der demokratischen Mitbestimmung: Revolutionsjahr 1848

Im Revolutionsjahr 1848 konnte erstmals politische Mitbestimmung in Form einer indirekten Wahl eines Reichsrates durchgesetzt werden. Gewählt wurden Wahlmänner, die wiederrum die Abgeordneten wählten. Frauen, Arbeiter, Dienstpersonal und Personen, die in Abhängigkeit zum Staat standen waren von der Wahl ausgeschlossen. Der Reichsrat erarbeitete einen Vorschlag für eine Verfassung. Mit der Niederschlagung der Revolution wurde der Reichstag allerdings aufgelöst und der neue Kaiser Franz Josef regierte wieder absolut.

Frauen organisieren sich gegen Lohnkürzungen

Im August 1848 fand die erste Frauendemonstration für Lohngerechtigkeit statt. Als Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit wurden sogenannte Notstandsarbeiten organisiert. Für Erdarbeiten im Prater erhielten Männer 25 Kreuzer, Frauen 20 Kreuzer und Kinder 15 Kreuzer für einen 12 Stunden Tag. Als der Lohn für Frauen und Kinder um  je fünf Kreuzer gekürzt wurde, entbrannten Proteste und am 21. August 1848 fand die erste Frauendemonstration Österreichs in der Wiener Innenstadt statt. Zwei Tage später formierte sich ein weiterer Frauendemonstrationszug im Wiener Prater, der auch von solidarischen Männern unterstützt wurde. Die Nationalgarde ging mit höchste Brutalität gegen die friedliche Demonstration vor, die als Wiener Praterschlacht mit 24 Toten und mehreren hunderten Verletzten in die Geschichte einging.

Gründung des "Wiener demokratischen Frauenvereins"

Die Frauenlohnbewegung wurde damals niedergeschlagen, nur wenige Tage später gründete Karoline von Perin den „Wiener demokratischen Frauenverein“ – dies war nicht legal, da Frauen jede politische Organisierung verboten war. Vereinsziel war die soziale Gleichstellung von Mann und Frau. Schon die Gründungsversammlung wurde von wütenden Männern gestürmt, der Verein zwei Monate später verboten. Schon im Jahr 1848 zeigt sich, dass die Demokratiebewegung nicht nur von bürgerlichen Kräften, sondern auch immer von ArbeiterInnen getragen wurde.

Ein langer Weg zum Wahlrecht

Demokratiefragen sind immer auch soziale Fragen, die umfassende demokratische Mitbestimmung war immer ein wesentliches Ziel der ArbeiterInnenbewegung. Der Kampf um das Frauenwahlrecht wurde aber von vielen Männern sowohl in der bürgerlichen, als auch proletarischen Demokratiebewegung als nachrangig betrachtet oder sogar aktiv bekämpft. Letztendlich war es die Selbstorganisation von Frauen in eigenen Gruppen, in Parteien und vor allem auch Gewerkschaften die den Kampf vorantrieben.

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