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GPA-djp
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Mach dich stark! Gehaltsverhandlungstipps für Frauen

Aktionswoche rund um den Weltfrauentag

Frauen verdienen laut Eurostat in Österreich im Schnitt um 20,1% weniger als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft diskriminierend. Teilweise sind sie auf Branchenunterschiede, Wohnort und Alter zurückzuführen, ca. die Hälfte der Unterschiede ist aber nicht durch diese Gründe erklärbar und diskriminiert aufgrund des Geschlechts.  Ein wesentliches Ziel unserer Arbeit ist es die strukturellen Gründe der Diskriminierung aufzuheben.

Einkommensberichte als erster Schritt zur Gleichstellung

Seit 2011 müssen große Unternehmen alle zwei Jahre einen verpflichteten Einkommensbericht erstellen. (Seit 2014 ab 150 MitarbeiterInnen). Dieser Bericht muss dem Betriebsrat übermittelt werden. Hier wird anonymisiert das durchschnittliche Einkommen von Männern und Frauen in den verschiedenen Verwendungsgruppen dargestellt. Anhand des Berichts kann herausgelesen werden, ob Ungleichheiten bei der Einstufung bzw. dem Durchschnittseinkommen bestehen. Der Einkommensbericht ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings hat sich nach den ersten Jahren in der Praxis herausgestellt, dass es in der praktischen Anwendung noch einige Probleme und Lücken gibt. So gibt es zum Beispiel keine Sanktionen im Fall, dass der Bericht nicht erstellt wird und auch keine verpflichtende Auseinandersetzung mit den Ergebnissen. Hier braucht es noch Nacharbeiten, um den Einkommensbericht tatsächlich zu einem Erfolgsmodell werden zu lassen.
Um die tatsächliche Gleichstellung zu erreichen, ist eine tatsächliche Einkommenstransparenz unumgänglich. Hierzu gibt es verschiedene internationale Modelle (Deutschland, Schweden, Island) an denen man sich orientieren kann.Im Regierungsprogramm gibt es wenig konkrete Maßnahmen, sondern nur Lippenbekenntnisse. Die Verantwortung in der Gleichstellungspolitik wird auf die Sozialpartner übertragen. Gerade in diesen Bereich passiert aber schon jetzt konkrete Gleichstellungsarbeit, während gesetzliche Regelungen und Sanktionen auf sich warten lassen.


Kollektivverträge beenden Benachteiligungen


Im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen in den vergangenen Jahren konnten konkrete Erfolge erzielt werden: Sei es durch die Anrechnung von Karenzzeiten (Bsp. neues Gehaltsschema in der Frauenbranche Handel – Anrechnung aller Karenzzeiten) auf Vorrückungszeiten oder andere dienstzeitabhängige Ansprüche oder durch die stärkere Anhebung der Mindestgehälter.
Die im Kollektivvertrag festgelegten Gehälter sind für Männern und Frauen natürlich gleich. Die Diskriminierung beginnt oft bei der Überzahlung, die Männer in einem höheren Ausmaß gewährt wird, als Frauen.


Diskriminierung von Frauen bei Gehaltserhöhungen


Eine von der GPA-djp in Auftrag gegebene aktuelle IFES-Umfrage unter 800 Angestellten in Österreich beweist, dass es bei der individuellen Gestaltung der Gehaltsentwicklung Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.
Mehr als ein Drittel der Männer (36%), aber nur knapp ein Viertel der Frauen (24%) konnte bei Berufseintritt über die Höhe ihres Gehalts verhandeln.
Frauen lukrieren während ihrer Berufslaufbahn seltener als Männer außerordentliche Gehaltserhöhungen (37% zu 42%). Dafür müssen Frauen öfter als Männer selbst die Initiative ergreifen (44% gegenüber 39%).
27% der Frauen, aber 39% der Männer haben während ihrer Berufslaufbahn, etwa bei Mitarbeitergesprächen, öfter als zweimal Gehaltsverhandlungen geführt. 43% der weiblichen Angestellten haben nie über ihr Gehalt verhandelt, aber lediglich ein Drittel der Männer. Als überwiegenden Grund, bisher noch keine Gehaltsverhandlungen geführt zu haben, nennen 40% der Männer und 50% der Frauen das fixe Gehaltsschema und die „Unüblichkeit“ derartiger individueller Vereinbarungen. Mit 20% begründen doppelt so viele Frauen wie Männer (11%) ihre nicht geführten Gehaltsverhandlungen mit fehlendem Mut beziehungsweise mangelnder Unterstützung dafür.

Aktionswoche: Mach dich stark! Gehaltstipps für Frauen


Während der Aktionswoche: „Mach dich stark! Gehaltsverhandlungstipps für Frauen.“ War die GPA-djp in ganz Österreich aktiv, um mit 10 Tipps für Gehaltsverhandlungen möglichst vielen berufstätigen Frauen und potenziellen Berufseinsteigerinnen Mut zu machen, aktiv zu werden und mehr Gehalt einzufordern.
Die 10 Tipps zeigen, wie man sich individuell am besten auf die Gehaltsverhandlungen vorbereitet. Eine gute Planung und Recherche kann helfen Forderungen zu formulieren und diese bestmöglich darzustellen. Auf die eigenen Leistungen und Vorzüge darf hier nicht vergessen werden.
Einzelkämpfer zu sein ist aber nicht genug. Um sich stark zu machen braucht es auch die kollektive Interessensvertretung: die Gewerkschaft. Die eigenen Rechte kann man am besten gemeinsam durchsetzen.

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