Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Gute Arbeit - Gute Gesundheit

Sicherstellung des psychischen Wohlbefindens der IKT-Beschäftigten in der neuen Arbeitswelt

Die Informations- und Kommunikationstechnologie Branche (IKT) ist mit vielfältigen neuen Formen der Arbeitsorganisation konfrontiert. Vor allem die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben werden vermehrt unkenntlicher. Der zunehmende Wettbewerb hat viele Betriebe zu Auslagerungen gewisser Unternehmensteile motiviert und für die Beschäftigten teilweise prekäre Arbeitsverträge mit sich gebracht. Dies führt zu einer erhöhten Arbeitsplatzunsicherheit, mehr Stress und steigenden Arbeitsbelastungen für ArbeitnehmerInnen.


Aufgrund dieser neuen Herausforderungen aktualisierten UNI Europa (europäischer Dachverband der Dienstleistungsgewerkschaften) und das European Communication Network ETNO (Zusammenschluss der Europäischen Kommunikationsnetzbetreiber) die 2009 erstellten gemeinsamen Leitlinien für „Gute Arbeit und Gute Gesundheit“. Die in einer Broschüre gesammelten Beispiele sollen IKT-Unternehmen und Gewerkschaften dabei unterstützen, die Reduzierung der Arbeitsbelastung voranzutreiben und das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten zu steigern.


EU-Richtlinien und sozialpartnerschaftliche Abkommen
Die ArbeitgeberInnen sind aufgrund der EU-Richtlinie über „Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz“ verpflichtet, die körperliche und geistige Gesundheit der ArbeitnehmerInnen zu gewährleisten. Darüber hinaus gibt es auf europäischer Ebene zwei Rahmenabkommen, auf die sich die SozialpartnerInnen in dieser Branche einigen konnten. Diese beziehen sich speziell auf die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und sollen in den Unternehmen zur Anwendung kommen. Die darin festgehaltenen Mindestanforderungen sollen auf betrieblicher Ebene weiter ausgebaut werden.


Verbesserung des psychischen Wohlbefindens
Um den Beschäftigten einen höheren Grad an psychischem Wohlbefinden auf betrieblicher Ebene zu ermöglichen, sind vor allem die folgenden Punkte von besonderer Wichtigkeit:
 

  • Nachvollziehbarer Organisationsaufbau
     
  • Klare Aufgabenstellung
     
  • Angenehme Unternehmenskultur
     
  • Professionelles Change-Management


Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens
Die ArbeitgeberInnen haben neben der rechtlichen auch eine moralische Verpflichtung gegenüber den Beschäftigten. Ausprägungen der Arbeit, die mit einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit verbunden sein könnten, gilt es zu vermeiden. Dies sind vor allem:

  • Zu hohe Anforderungen an die Beschäftigten
     
  • Zu wenig Mitsprache am eigenen Arbeitsplatz
     
  • Mangelnde Unterstützung
     
  • Schlechte Arbeits- und Sozialbeziehungen
     
  • Missverständliche Aufgabenstellungen
     
  • Überfallsartiges Change-Management
     
  • Wahrgenommene Ungerechtigkeiten


Umsetzung von Good Practice Beispielen
Bei der Umsetzung von Good Practice Beispielen ist vor allem die frühzeitige Einbeziehung der verschiedenen Interessensgruppen im Unternehmen von großer Bedeutung. Ein für alle Beschäftigten eindeutig nachvollziehbarer Aufbau des Modells muss gewährleistet sein. Maßnahmen, die den Auswirkungen auf die betriebliche Situation Ausdruck verleihen, müssen eindeutig definiert sein. Eine ständige Überprüfung, Aktualisierung und Erneuerung soll permanent stattfinden. Abschließend müssen eindeutige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Foto: Timo Klostermeier / pixelio
 

Artikel weiterempfehlen