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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Stangenware Symbolfoto Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Wegweisender Vergleich unter dem Bangladesch Abkommen

Finanzhilfe gegen Arbeitsrisiken durchgesetzt

Die beiden internationalen Gewerkschaftsbünde UNI Global Union und IndustriALL erzielten einen historischen Vergleich über 2,3 Millionen US Dollar mit einer multinationalen Bekleidungsmarke, um lebensgefährliche Arbeitsplatzrisiken in deren Zulieferfabriken in Bangladesch zu beheben. Die Einigung, die durch das rechtlich bindende Bangladesch Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz erreicht werden konnte, bedeutet die größte jemals getätigte Zahlung einer Marke, um Arbeitsplatzrisiken in ihrer Lieferkette zu beseitigen.

Die Marke, die unter den Bedingungen des Abkommens nicht genannt werden kann, hat zugestimmt zwei Millionen Dollar für die Behebung von Sicherheitsrisiken in mehr als 150 Textilfabriken in Bangladesch zu bezahlen.  Der Bekleidungsproduzent wird weitere 300.000 US Dollar an den „Supply Chain Worker Support Fund“ von UNI und IndustriAll spenden, der eingerichtet wurde um die Arbeit der internationalen Gewerkschaftsbünde für die Verbesserung der Bezahlung und Arbeitsbedingungen für ArbeitnehmerInnen in globalen Lieferketten zu unterstützen.

Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen

Im Dezember 2017 wurde bereits ein erstes Vergleichsverfahren mit einer weltweit operierenden Marke abgeschlossen; die Gesamtzahl an Fabriken, die durch die beiden Vereinbarungen abgedeckt sind, beläuft sich auf über 200.  Diese Einigungen senden eine klare Botschaft an Unternehmen, die in Fabriken in Bangladesch produzieren lassen: Marken müssen für die Sicherheit der ArbeiterInnen, die ihre Produkte herstellen, Verantwortung übernehmen.

Zum Zeitpunkt des Einreichens des Falles im Oktober 2016 hatte keine der bekannten Zulieferfabriken der Marke die erforderlichen Bedingungen erfüllt. In jeder einzelnen bestand mindestens ein noch nicht behobenes Hochsicherheitsrisiko, wie fehlende Feuermelder und Sprinkleranlagen, Gebäude ohne Brandschutztüren oder das Lagern von leicht entflammbarem Material in der Nähe der Boiler.
Die Gewerkschaften brachten den Fall vor das Ständige Schiedsgericht in Den Haag mit dem Argument, dass die Marke ihre Fabriken bis dahin nicht dazu veranlasst hatte, ihre Mängel innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu beseitigen und Tausende Menschen weiterhin unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten mussten.

Gerichtsverfahren sorgt für schnelle Umsetzung

Die Forderung nach einer gerichtlichen Entscheidung setzte bei mehreren Zulieferern der Marke bereits Verbesserungen in Gang – eine davon hatte binnen eines Jahres bereits mehr als 90% aller Mängel behoben. Dennoch haben viele andere betroffene Fabriken nach wie vor ernstzunehmende Probleme bei Gebäudesicherheit und Brandschutz.
Alle nötigen Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen müssen bis zum Ablauf des Abkommens im Mai 2018 erledigt sein.
 
Das Abkommen, das 2,5 Millionen ArbeiterInnen in Bangladeschs Bekleidungs- und Textilindustrie betrifft, wurde auf Betreiben von UNI und IndustriAll nach der Rana Plaza Katastrophe im Jahr 2013 eingesetzt, bei dem durch den Einsturz eines Fabriksgebäudes über 1100 ArbeiterInnen getötet und mehr als 2000 weitere Menschen verletzt wurden. Die betroffenen multinationalen Unternehmen weigern sich zum Teil bis heute, eine angemessene Entschädigung zu zahlen. Sie schieben die Verantwortung auf die mangelnden lokalen Vorschriften.
Ein zweites Abkommen wurde im Juni 2017 unterzeichnet. Es tritt in Kraft, wenn das ursprüngliche Abkommen ausläuft und verlängert die Schutzmaßnahmen bis 31. Mai 2021.


Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

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