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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Demo für 35-Stunden-Woche in Innsbruck

Rund 450 Beschäftigte aus dem Pflege, Gesundheits- und Sozialbereich gingen auf die Straße

Auch die widrigen Wetterverhältnisse konnten rund 450 BetriebsrätInnen und Beschäftigte aus dem privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich nicht davon abhalten, in Innsbruck für eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich zu demonstrieren. Hintergrund sind die stockenden KV-Verhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), neben einer Arbeitszeitverkürzung geht es den verhandelnden Gewerkschaften GPA-djp und vida auch darum, auf die schwierige Situation im Pflegebereich aufmerksam zu machen.

Fachkräftemangel bekämpfen
„Wir begleiten, betreuen, pflegen und beraten 47.000 Menschen in Tirol. Unsere Arbeit können wir aber nur gut machen, wenn es den Beschäftigten auch gut geht“, zeigt Margit Luxner auf, selbst Betriebsratsvorsitzende in einem Kitzbüheler Pflegeheim und Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Gesundheit und Soziales in der GPA-djp Tirol. Sie betont: Es geht nicht nur darum, neue Pflegekräfte für die Branche zu gewinnen, sondern auch die bestehenden zu halten – und das ohne ständig drohendes Burn-Out.“ Bereits jetzt kämpft die Branche mit akutem Fachkräftemangel. 

Viele haben Zweitjob
Sonja Föger-Kalchschmid, Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tirol
, beschreibt die traurige Realität vieler MitarbeiterInnen: „Aus organisatorischen Gründen werden sehr häufig nur Teilzeitjobs angeboten. Von denen kann aber niemand leben. Die Situation ist so gravierend, dass manche Mitarbeiterinnen auf einen Zweitjob angewiesen sind, um über die Runden zu kommen! Trotz einer fordernden und intensiven Arbeit wartet auf viele am Ende des Erwerbslebens die bittere Altersarmut.“ Eine Arbeitszeitverkürzung würde dieser Situation entgegenwirken und mehr Einkommen für Teilzeitkräfte bedeuten.

Heimplätze können nicht bewirtschaftet werden
„Laut ‚Gesundheit Österreich‘ werden bundesweit bis zum Jahr 2030 über 75.000 Pflegestellen zu besetzen sein. Eine Vielzahl an Heimplätzen kann in Tirol aufgrund des Personalmangels nicht bewirtschaftet werden. Angesichts dessen ist es unumgänglich, den Pflegeberuf zu attraktiveren und die Arbeitsbedingungen für MitarbeiterInnen in diesem Bereich deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu wird es notwendig sein, dass die Politik mehr Geld zur Verfügung stellt, um die ausgezeichnete Qualität in der Tiroler Pflegelandschaft aufrecht zu erhalten“, so Robert Senn, Betriebsratsvorsitzender der Innsbrucker Sozialen Dienste GmbH.

Politik am Zug
Das unterstreicht auch Julia Rass, Betriebsratsvorsitzende des Sonnenpark Lans: „Für andere Fürsorge zu tragen, gelingt vor allem dann, wenn es einem selbst auch gut geht. Wir machen unsere Arbeit gerne und aus Überzeugung, aber sie ist psychisch und physisch enorm belastend. Wir helfen anderen gerne, aber jetzt muss uns geholfen werden. Das Ziel muss lauten, dass die Ausübung unserer Tätigkeit bis zum Pensionsantritt möglich ist, dafür hoffen wir auf Unterstützung vonseiten der Politik.“

Gewerkschaft ist streikbereit
Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth freute sich über das starke Zeichen, das die Beschäftigten setzten und betonte: „Das Geld für die Finanzierung ist da, es ist nur falsch verteilt. Es darf nicht bei den Schwächeren der Gesellschaft gespart werden. Wir sind streikbereit! Am Montag haben die Arbeitgeber die letzte Chance einzulenken.“ Vergangene Woche hatte der ÖGB-Bundesvorstand die Streikfreigabe erteilt.

Trotz guter Gesprächsbasis wurden die SWÖ-KV-Verhandlungen in der vierten Runde am vergangenen Mittwoch ergebnislos abgebrochen. Die Arbeitnehmerseite ging mit einer einzigen Forderung in die Verhandlungen: Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Wird in der nächsten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag wieder keine Einigung erzielt, soll es zu Streiks kommen, kündigte die Gewerkschaft an. Bis dahin finden in den Betrieben Vorbereitungen dafür statt. Die Forderung nach einer Einführung der 35-Stunden-Woche bekräftigten die Arbeitnehmer auch für die bevorstehende Runde am 10. Februar.

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