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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

SWÖ: Warnstreiks auch in Tirol

35-Stunde-Woche bleibt erklärtes Ziel der Gewerkschaften

In ganz Österreich haben die Gewerkschaften GPA-djp und vida Warnstreiks angekündigt – auch in Tirol. Bisher sind in Tirol fünf Warnstreiks in den kommenden Tagen geplant, zudem werden Betriebsversammlungen wieder aufgenommen und laufend neue einberufen. Weitere Warnstreiks sind außerdem in Vorbereitung. In Tirol arbeiten rund 11.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich (Sozialwirtschaft Österreich, SWÖ). Die größten Tiroler Betriebe, die in den SWÖ-Bereich fallen, sind die Lebenshilfe Tirol und die ISD.

„Wir streiken, weil wir es müssen! Eine Arbeitszeitverkürzung ist für uns Beschäftigte essentiell. Einerseits, weil aufgrund der enormen Belastungen kaum jemand Vollzeit in der Branche arbeiten kann, andererseits brauchen die Teilzeitkräfte auch endlich Einkommen, von denen sie leben können“, begründet Margit Luxner, selbst Betriebsratsvorsitzende in einem Kitzbüheler Pflegeheim und Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Gesundheit und Soziales in der GPA-djp Tirol, die Maßnahme. Eine Versorgung der Patienten wird trotz der Streiks selbstverständlich gewährleistet.

„Obwohl die physischen und psychischen Belastungen in unserem Bereich überdurchschnittlich hoch sind, machen wir unsere Arbeit gern. Es geht aber auch um die Zukunft des Gesundheits- und Sozialbereichs: Wir brauchen immer mehr Personal und werden es nur bekommen, wenn wir auch attraktive Arbeitsplätze bieten“, ist auch Sonja Föger-Kalchschmid, Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tirol, überzeugt. Sie verweist auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext, denn „beinahe jede/r ist selbst betroffen oder hat Angehörige, die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in irgendeiner Form benötigen“.

„Gerade die Arbeit im Pflegebereich ist enorm belastend. Nicht umsonst ist die Teilzeitquote überdurchschnittlich hoch und die Fluktuationsrate deutlich höher als in anderen Bereichen. Diese für unsere Gesellschaft so wichtige Branche muss dringend mittels besserer Arbeitsbedingungen eine Aufwertung erfahren!“, fordert auch Tirols ÖGB-Vorsitzender und vida-Landesgeschäftsführer Philip Wohlgemuth. Er ortet unter den Beschäftigten große Geschlossenheit.

Auch die fünfte Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde für die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) hatte am Montag keine Einigung gebracht. Die Gewerkschaften waren nur mit einer einzigen Forderung in die Verhandlungen gegangen: einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Vergangene Woche verliehen in Innsbruck rund 450 Beschäftigte und BetriebsrätInnen den Forderungen in Form eines Protestmarsches Nachdruck.

Welche Betriebe unter den SWÖ-Bereich in Tirol fallen, ist unter folgendem Link aufgelistet: http://www.bags-kv.at/1042,,,2.html

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