Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Landesrat Tilg mit BetriebsrätInnen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich
Landesrat Tilg mit BetriebsrätInnen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich

35-Stunden-Woche für Gesundheits- und Sozialbereich dringend notwendig

„Viele Teilzeitbeschäftigte kommen ohne Zweitjob nicht über die Runden“

Ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung für den Gesundheits- und Sozialbereich verliehen gestern BetriebsrätInnen im Rahmen eines Treffens mit Landesrat Bernhard Tilg Ausdruck. „Wir begleiten, betreuen, pflegen und beraten 47.000 Menschen in Tirol. Unsere Arbeit können wir aber nur gut machen, wenn es den Beschäftigten auch gut geht“, zeigt Margit Luxner auf, selbst Betriebsratsvorsitzende in einem Kitzbüheler Pflegeheim und Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Gesundheit und Soziales in der GPA-djp Tirol.

Arbeitszeitverkürzung für mehr Verdienst
Gerade im Vorfeld der anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen ist es den BetriebsrätInnen wichtig, die Öffentlichkeit über die wertvolle Arbeit der Beschäftigten zu informieren. Sonja Föger-Kalchschmid, Betriebsratsvorsitzende der Lebenshilfe Tirol, beschreibt die traurige Realität vieler MitarbeiterInnen: „Aus organisatorischen Gründen werden sehr häufig nur Teilzeitjobs angeboten. Von denen kann aber niemand leben. Die Situation ist so gravierend, dass manche Mitarbeiterinnen auf einen Zweitjob angewiesen sind, um über die Runden zu kommen! Trotz einer fordernden und intensiven Arbeit wartet auf viele am Ende des Erwerbslebens die bittere Altersarmut.“ Eine Arbeitszeitverkürzung würde dieser Situation entgegenwirken.

Luxner verweist auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext, denn „beinahe jede/r ist irgendwann selbst betroffen oder hat Angehörige, die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in irgendeiner Form benötigen“. An einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich führe kein Weg vorbei. „Damit würde auch der Verdienst der Teilzeitkräfte steigen!“, betont Föger-Kalchschmid.

Hilfe für Helfende
Das unterstreicht auch Julia Rass, Betriebsratsvorsitzende des Sonnenpark Lans: „Für andere Fürsorge zu tragen, gelingt vor allem dann, wenn es einem selbst auch gut geht. Wir machen unsere Arbeit gerne und aus Überzeugung, aber sie ist psychisch und physisch enorm belastend. Wir helfen anderen gerne, aber jetzt muss uns geholfen werden. Das Ziel muss lauten, dass die Ausübung unserer Tätigkeit bis zum Pensionsantritt möglich ist, dafür hoffen wir auf Unterstützung vonseiten der Politik.“

75.000 neue Stellen in 10 Jahren
„Laut ‚Gesundheit Österreich‘ werden bundesweit bis zum Jahr 2030 über 75.000 Pflegestellen zu besetzen sein. Eine Vielzahl an Heimplätzen kann in Tirol aufgrund des Personalmangels nicht bewirtschaftet werden. Angesichts dessen ist es unumgänglich, den Pflegeberuf zu attraktiveren und die Arbeitsbedingungen für MitarbeiterInnen in diesem Bereich deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu wird es notwendig sein, dass die Politik mehr Geld zur Verfügung stellt, um die ausgezeichnete Qualität in der Tiroler Pflegelandschaft aufrecht zu erhalten“, so Robert Senn, Betriebsratsvorsitzender der Innsbrucker Sozialen Dienste GmbH.

Artikel weiterempfehlen