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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Über 50 Beschäftigte hielten im Altenwohnheim Kitzbühel einen zweistündigen Warnstreik ab
Philip Wohlgemuth (2.v.r.) und Harald Kircher (3.v.r.) zusammen mit den in gelben Warnwesten gekleideten MitarbeiterInnen des Heims St. Raphael

Stockende KV-Verhandlungen SWÖ: Warnstreiks in Tirol

Starke Geschlossenheit unter Beschäftigten

Auch in Tirol streiken derzeit die Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich für einen besseren KV-Abschluss. Nach Warnstreiks beim Verein für Obdachlose in Innsbruck, PRO MENTE, dem BBRZ und AKIfair sowie Betriebsversammlungen bei der Lebenshilfe und Ho&Ruck, gab es gestern auch im Pflege- und Altenwohnheim Kitzbühel und heute im Heim St. Raphael in Innsbruck Protestmaßnahmen. Für diese Branche verhandeln die Gewerkschaften GPA-djp und vida gemeinsam, in Tirol geht es um ca. 11.000 Beschäftigte.

„Wir wollen höhere Löhne und mehr Freizeit, unsere Arbeit muss wertgeschätzt werden!“, fasst Margit Luxner, Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Gesundheit und Soziales in der GPA-djp Tirol und Betriebsratsvorsitzende im Pflege- und Altenwohnheim Kitzbühel die Gewerkschaftsforderungen zusammen. Es gehe hier um eine für die Gesellschaft wichtige Branche. „Wir alle wollen doch in Zukunft gut betreut werden, von motivierten MitarbeiterInnen. Es geht auch darum, jetzt gute Rahmenbedingungen zu schaffen um den künftigen Mitarbeiter-Bedarf zu decken“, so Luxner. Sie ortet unter ihren KollegInnen große Geschlossenheit und freut sich über das positive Feedback von zahlreichen Angehörigen der zu Pflegenden.

Harald Kircher, Betriebsratsvorsitzender im Heim St. Raphael, beschreibt die Arbeitsbedingungen: „Unregelmäßige Dienste, psychische und physische Belastungen sowie Nachtarbeit prägen unseren Arbeitsalltag. Wir brauchen die Arbeitszeitverkürzung dringend, ganz einfach aus dem Grund, wie wir längere Erholungsphasen benötigen“. Kircher betont, dass es für die zu Pflegenden zu keinerlei Beeinträchtigungen kommt. „Wir werden allerdings den gesamten Donnerstag in gelben Warnwesten arbeiten, um so unserem Protest Ausdruck zu verleihen“, so Kircher.

Vergangene Woche hatten in Innsbruck über 300 Beschäftigte mit einer Protestaktion  lautstark ihrem Ärger Luft gemacht. „Gerade die Arbeit im Pflegebereich ist enorm belastend. Nicht umsonst ist die Teilzeitquote überdurchschnittlich hoch und die Fluktuationsrate höher als in anderen Bereichen. Diese für unsere Gesellschaft so wichtige Branche muss dringend mittels besserer Arbeitsbedingungen eine Aufwertung erfahren!“, fordert auch Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth.

Am 18. Februar sollen die KV-Verhandlungen fortgesetzt werden. Kommt es dabei zu keiner Einigung, stellt die Gewerkschaft tatsächliche Streiks, weiteren Warnstreiks, Betriebsversammlungen und Aktionen im öffentlichen Raum in Aussicht.

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