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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Trotz Widerstand der Geschäftsführung 850 Teilnehmer bei Plansee-Betriebsversammlungen

„Vorzeigeunternehmen agiert befremdlich“

Rund 850 MitarbeiterInnen nahmen in den vergangenen Tagen an den Betriebsversammlungen bei der Außerferner Firma Plansee teil – und das trotz Widerstands der Geschäftsleitung. Diese hatte für den Zeitraum der Versammlungen die Lohn- und Gehaltszahlungen erstmals verweigert. „Dieses Vorgehen ist in einem solchen Vorzeigeunternehmen total befremdlich, entbehrt jeglicher gesetzlicher Grundlage und setzt die Beschäftigten indirekt massiv unter Druck“, kommentieren Christoph Scheiber, Betriebsratsvorsitzender der Angestellten bei Plansee und KV-Verhandler für die Angestellten-Gewerkschaft GPA-djp, und Roland Weirather, Betriebsratsvorsitzender für die ArbeiterInnen, das Vorgehen. Sie freuten sich über die Geschlossenheit der Beschäftigten, die für einen ordentlichen KV-Abschluss eintraten.
 
In ganz Österreich finden derzeit im Vorfeld der für morgen (Donnerstag) geplanten Verhandlungsrunde für die „Metaller“-Kollektivverträge rund 350 Betriebsversammlungen statt, in Tirol sind es 20. Ziel der Versammlungen ist der Beschluss von möglichen Streikmaßnahmen. Das derzeit vorliegende Angebot der Arbeitgeber in Höhe von +2,02 Prozent ist für die Gewerkschafter ein „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“. Diese 2,02 Prozent entsprechen lediglich der Preissteigerung und würden defacto eine Nullohnrunde bedeuten.

Teilnehmer-Listen und elektronische Zeiterfassung
Die Geschäftsführung von Plansee erschwerte den Beschäftigten mit ihren Maßnahmen die Teilnahme an den Betriebsversammlungen. „Abgesehen vom Verdienstentgang mussten die ArbeitnehmerInnen mittels eigens programmierter Taste bei der elektronischen Zeiterfassung ihre Teilnahme eintragen, zusätzlich mussten die Vorgesetzten alle teilnehmenden Beschäftigte noch in einer Liste namentlich erfassen. Ein solches Vorgehen hat es in der 97jährigen Geschichte bei Plansee nicht gegeben!“, so Scheiber. Die Beschäftigten hätten sich in jedem Fall geschlossen gezeigt und trotz der Steine, die man ihnen in den Weg gelegt hatte, an den Betriebsversammlungen teilgenommen. Auch Weirather spart nicht mit Kritik: „Dass eine Firma derart massiven Druck ausübt, zeigt das derzeit herrschende Klima in Österreich. Die Beschäftigten, die maßgeblich zum wirtschaftlichen Rekordjahr beigetragen haben, sind in Wahrheit nichts wert. Ihre Rechte werden beschnitten, wo es nur geht, sei es die in der Realität nicht vorhandene Freiwilligkeit bei der 60-Stunden-Woche, die Abschaffung des Jugendvertrauensrates oder die geplante Reduzierung der Betriebskörperschaften!“ Beide kündigen an, „alle Mittel und Wege auszuschöpfen, um doch noch eine Bezahlung der Arbeitszeit zu erreichen.

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