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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Tirols Sprecher der Angestellten in der Metallindustrie und des Metallgewerbes

GPA-djp erfreut über OGH-Urteil: endlich Klarheit für Beschäftigte im Außendienst!

Fahrt vom und zum Wohnort künftig Arbeitszeit

„Endlich ist klargestellt: Für technische Beschäftigte im Außendienst ist künftig die Fahrt vom und zum Wohnort als Arbeitszeit zu rechnen“, berichtet Christoph Scheiber, Tirols Sprecher der Angestellten in der Metallindustrie und des Metallgewerbes. Er bezeichnet das ergangene OGH-Urteil als „bahnbrechend“. Hintergrund ist eine vom Angestelltenbetriebsrat der Firma Vaillant Group Austria GmbH angestrebte Feststellungsklage, der nun stattgegeben wurde.

„Die Zeit, die Kundendiensttechniker für die Fahrt von der Wohnung zum ersten Kunden sowie vom letzten Kunden zurück zur Wohnung, benötigen, ist als Arbeitszeit zu bewerten und somit auch zu bezahlen“, berichtet Scheiber und weiter: „Das Urteil kommt vor allem jenen Beschäftigten zugute, die keinen festen Arbeitsort haben und mit Fahrzeugen und nach Weisung des Arbeitgebers täglich vom Wohnort aus zu verschiedenen Arbeitsorten bzw. Kunden und am Ende des Tages zurück nach Hause fahren.“ Bisher hatten sie diese Zeit nicht als Arbeitszeit geltend machen können.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH) folgt im Wesentlichen dem Urteil des EuGH vom 10.9.2015 in der Rechtssache „Tyco“. Der Entscheidung zufolge könnten die Kundendiensttechniker den Weg zum bzw. vom Kunden nicht mit einem beliebig wählbaren Verkehrsmittel zurücklegen, sondern mit dem Firmenfahrzeug. Der Beschäftigte hätte demnach bereits ab seinem Wohnort für die konkreten Kundeneinsätze hergerichtete Betriebsmittel des Arbeitgebers zu verwenden. Weiters sei vorgegeben, dass der kürzeste Weg zum Kunden zu wählen ist. Über die Fahrten würden auch Aufzeichnungen geführt, aus denen Unterbrechungen erkennbar sind und die punktuell der Kontrolle unterliegen. Der Kundendiensttechniker sei somit in der Wahl des Verkehrsmittels sowie der Wegstrecke nicht frei und unterliegt während der Fahrzeit dem Weisungsrecht des Arbeitgebers.

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