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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Gewerkschaft der Privatangestellten ortet Rad-WM als Aufhänger für generelle Sonntagsöffnung im Inntal

GPA-djp wehrt sich gegen Gießkannenprinzip bei Erweiterung der Öffnungszeiten

Kritik an der Ausdehnung der Öffnungszeiten im Handel für die Dauer der Rad-WM 2018 kommt von der Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). Der Gewerkschaft liegt der Entwurf der Öffnungszeitenverordnung des Landeshauptmannes zur Rad WM am 23.09. bis 30.09.2018 vor.
 
Ing. Mag. David Schumacher, zuständiger Sekretär für den Handel und stellvertretender Geschäftsführer der GPA-djp Tirol, kritisiert vor allem die angedachte Ausdehnung der Öffnungszeiten nach dem Gießkannenprinzip „für jeden Ort an der Strecke - egal ob dort ein Streckenposten oder eine Fanzone ist oder ob er einfach nur durchfahren wird“. Ob es zu erhöhten Einkaufsbedarf kommt, ist für ihn dahingestellt. „Denn vonseiten der Wirtschaftskammer liegen lediglich Schätzungen zu den möglichen Nächtigungszahlen vor. Absurderweise tritt die WKO Tirol auch noch als Antragsteller auf, obwohl üblicherweise die Gemeinde bei einem besonderen Event Antragsteller für eine Erweiterung der Öffnungszeiten ist“, so Schumacher.
 
Verwunderung über Ansuchen vonseiten der WKO
Schumacher argumentiert weiters: „Es scheint wieder einmal, dass die Wirtschaftskammer vorschnell eine Erweiterung der Öffnungszeiten vorantreiben will, wie es die Vergangenheit auch schon gezeigt hat, als die WKO Tirol weitere Gemeinden ohne den Bedarf und Wunsch der betroffenen Orte in die Ausnahmeregelung der Tiroler Öffnungszeitenverordnung aufnehmen wollte. Bei fairen Spielregeln zu Events jedoch scheut die Wirtschaftskammer den Abschluss des schon verhandelnden Eventkollektivvertrages für Tirol!“. Er bezieht sich damit auf den Kollektivvertrag, der von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer für die langen Einkaufsnächte ausverhandelt worden war. Allerdings hatte die Wirtschaftskammer im letzten Moment ihre Unterschrift verweigert und somit das Zustandekommen einer ordentlichen Regelung für Tirols Handelsangestellte verhindert.
 
Derzeitige Regelung ausreichend
Die jetzt angedachte Öffnung geht weiter als die bisher geltenden Saisonregelungen. „Mit der neuen Regelung können am Sonntag arbeitenden VerkäuferInnen nicht nur durchgehenden beschäftigt werden, sondern auch mehrmals auf den Tag verteilt in das Geschäft geholt werden. Eine Bewirtung und Verpflegung ist aber auch ohne eine Erweiterung der Öffnungszeiten durch eine Verordnung - ohne offene Handelsgeschäfte - möglich und kann folglich von den Gemeinden / Gastwirten auch für die Rad-WM genutzt werden“, argumentiert Schumacher. Diese Regelung reiche seiner Ansicht nach völlig aus bzw. gäbe es ohnehin schon mehr als ausreichend Saisonorte, die sonntags ihre Geschäfte öffnen dürfen.
 
UnternehmerInnen nutzen Schlupflöcher
Kritik übt auch Süleyman Kilic, Mitglied des Regional- & Bundesausschusses Handel der GPA-djp und somit Tiroler Vertreter bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Handel: „Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass gewisse UnternehmerInnen jedes Schlupfloch für eine generelle Erweiterung der Öffnungszeiten suchen. Die Gewerkschaft GPA-djp setzt sich auch weiterhin gegen eine generelle Verlängerung der Öffnungszeiten wie auch für den arbeitsfreien Sonntag im Handel ein. In der Vergangenheit haben wir uns erfolgreich zur Wehr gesetzt, wenn notwendig mit der Unterstützung der Gerichte, siehe unsere Erfolge bei der Verhinderung der zusätzlichen Ausweitung der Verkaufsmöglichkeiten am 8. Dezember und bei der Einhaltung der Bestimmungen für einen nur eingeschränkten Verkauf an Tourismusorten.“
 
Eckpunkte des bereits ausverhandelten Event-KVs:
 
Transparenz eigener Dienstzettel mit
• Arbeitszeit für das Event
• Ruhezeiten und nächstmöglicher Arbeitsbeginn
• Auszahlung der Überstunden
• Gehaltsabrechnung mit eigenen Punkte für
- Überstunden
- Aufwandsentschädigungen für Heimreise
- Kinderbetreuungsgeld für Kinder unter 12 Jahren
 
Sicherheit:
            Der Veranstalter hat für ausreichend Sicherheitskräfte zu sorgen; ArbeitnehmerInnen dürfen nicht alleine im Geschäft stehen
 
Heimreise:
            Dauert sie öffentlich länger als 45 Minuten, wird die vorgelegte Taxirechnung bezahlt
 
Kinderbetreuung:
            Für Kinder unter 12 Jahren gibt es 50€ Kinderbetreuungszuschuss
 
Ruhezeit:
            Mindestens 11 Stunden nach dem Arbeitseinsatz

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