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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

GPA-djp-Schweighofer und PRO-GE-Höfler wehren sich gegen Landarbeiterkammer-Vorschlag

60-Stunden-Woche auch für Angestellte in der Landwirtschaft, kein Weihnachts- und Urlaubsgeld mehr für ErntehelferInnen

Hinter verschlossenen Türen und ohne Einbeziehung der Gewerkschaften wurde auf Betreiben der Landwirtschaftskammer offensichtlich eine Initiative gestartet, die die unsozialen Arbeitszeitverschlechterungen auch auf den Landwirtschaftsbereich ausdehnt. „Es drohen sogar weitere Verschlechterungen!“, zeigen Bernhard Höfler, betreuender Sekretär der Gewerkschaft PRO-GE Tirol und AK-Vorstand, und Harald Schweighofer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA-djp Tirol, auf.

Gewerkschaften in Alarmbereitschaft
Am 31. Juli erhielten die Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) von der Landwirtschaftskammer (LK) und Landarbeiterkammer (ÖLAK) einen Gesetzesvorschlag präsentiert, der wesentliche Verschlechterungen für die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft vorsieht. „Künftig treffen der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche auch die Angestellten in der Landwirtschaft mit voller Härte“, warnt Schweighofer. Alarmiert ist auch Höfler: „Künftig sollen ErntehelferInnen durch Ermächtigung im Kollektivvertrag die Sonderzahlungen gestrichen und als Ersatz dafür Prämien bezahlt werden können, deren Ausgestaltung noch völlig unklar ist. Die ArbeiterInnen arbeiten täglich zwölf Stunden auf dem Feld – gerade bei den aktuellen Temperaturen unter geradezu unmenschlichen Bedingungen – und dann soll ihnen auch noch das Urlaubs- noch Weihnachtsgeld gestrichen werden. Dagegen werden wir uns mit allen Mitteln zur Wehr setzen!“

Die Aufgabe der Landarbeiterkammer besteht eigentlich in der Vertretung der  ArbeitnehmerInneninteressen. „Allerdings haben sich offensichtlich Teile der Landarbeiterkammer mit der Regierung und den Arbeitgebern gegen die ArbeitnehmerInnen verbündet. So wurden von LK und ÖLAK hinter verschlossenen Türen massive arbeitsrechtliche Verschlechterungen verhandelt. GPA und PRO-GE sprechen sich eindeutig gegen diese Pläne aus und fordern die Landarbeiterkammer auf, ihrer Aufgabe als Interessenvertretung gerecht zu werden, statt mit den Arbeitgebern Hand in Hand Sozialabbau und Lohnraub zu betreiben“, fordern Schweighofer und Höfler.
 
Unbegrenzte 60-Stunden-Woche
Konkret kritisieren GPA-djp und PRO-GE unter anderem folgende Änderungspläne:
Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche soll künftig nicht wie bisher maximal 13 Wochen im Jahr möglich sein, sondern unbegrenzt. Künftig gilt auch nicht mehr die Regelung, dass nur Arbeitsspitzen abgedeckt werden dürfen. Stattdessen soll eine rechtlich nicht definierte Formulierung („ein erhöhter Arbeitsbedarf auf Grund besonderer Umstände“) zur Anwendung gelangen. Im Gesetz soll zudem vorgesehen werden, dass durch Kollektivvertrag Sonderzahlungen für ErntehelferInnen gekürzt und durch eine nicht näher konkretisierte „Ernteprämie“ ersetzt werden können. Der Zweck ist offensichtlich: das Kaschieren geplanter Einkommenskürzungen. Außerdem können Überstunden momentan nur dann nicht verweigert werden, wenn Gefahr für Vieh oder Ernte droht, die eine Verlängerung „dringend“ nötig machen. Künftig sollen nur „berücksichtigungswürdige Interessen“ als Ablehnungsgrund gelten. Für die 11./12. Überstunde wurde erst gar keine Freiwilligkeit vorgeschlagen.
Zudem ist noch unklar, wer künftig aus dem Schutz des Gesetzes herausfallen wird. Dazu Schweighofer: „Wir befürchten, dass von gewissen Angestellten der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche ohne Limit erwartet werden.“

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