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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Harald Schweighofer Geschäftsführer GPA-djp Tirol

GPA-djp-Schweighofer: Abwahlversuch des Betriebsrates bei TSD nun unter anderem Licht

Gewerkschaft steht voll und ganz hinter Beschäftigen in dieser schwierigen Lage

„Medienberichten mussten wir entnehmen, dass es bei der Tiroler Soziale Dienste GmbH zu Massenkündigungen von 100 ArbeitnehmerInnen von derzeit 360 bestehenden Arbeitsplätzen kommen soll. Es gibt dazu noch keine Meldung an das AMS im Rahmen des Frühwarnsystems, was bei einer so großen Anzahl von MitarbeiterInnen dringend notwendig ist“, fasst Harald Schweighofer, Geschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Tirol die aktuelle Situation zusammen.

Abwahlversuch des BR unter Mitwirkung von Führungskräften
In Zusammenhang mit dem Jobabbau erscheine der missglückte Abwahlversuch des Betriebsrates bei der Betriebsversammlung am 23. März 2017 unter Mitwirkung von Führungskräften der TSD und unter Duldung der Geschäftsführung und der zuständigen Politikerin nochmals in einem anderen Licht. „Wenn die Enthebung des Betriebsrates durchgegangen wäre, dann hätte es genau in dieser schwierigen Zeit für die engagierten MitarbeiterInnen im Flüchtlingsbereich keinen Betriebsrat gegeben, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Weiters ist ohne Betriebsrat kein Sozialplan zur Abfederung von sozialen Härten bei Arbeitsplatzverlust möglich“, informiert Schweighofer.


Vom Geschäftsführer der TSD wurden zwar per Mail einige mögliche Punkte (Bildungskarenz, Ausbildungsstipendien und Arbeitsstiftung) angesprochen, jedoch ist von einem möglichen Sozialplan keine Rede. „Die Verhandlungen dazu müssen mit dem Betriebsrat unverzüglich aufgenommen werden, da bei dieser Ankündigung per Mail an die MitarbeiterInnen dringender Handlungsbedarf besteht, noch rechtzeitig eine Betriebsvereinbarung abzuschließen“, fordert der Gewerkschafter. Die Gewerkschaft GPA-djp steht voll und ganz auf der Seite der Beschäftigten und unterstützt den Betriebsrat und die von Kündigungen oder möglichen Auflösungen von Dienstverhältnissen betroffenen ArbeitnehmerInnen mit allen Mitteln.

Schwierige Zeiten für verbleibende MitarbeiterInnen
„Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie der Betreuungsschlüssel von derzeit 1:70 auf 1:140 angehoben werden kann - damit sind die MitarbeiterInnen in der Flüchtlingsbetreuung erst Recht noch höheren Arbeitsbelastungen und massivem Druck bei der täglichen Arbeit ausgesetzt. Damit werden die bereits jetzt schon angespannten Arbeitsbelastungen der FlüchtlingbetreuInnen ‚verdoppelt‘ - für uns ist dies der falsche Weg gerade bei einem so sensiblen Bereich wie der Flüchtlingsbetreuung“, hält Schweighofer entschieden fest. So wie vom Geschäftsführer dargestellt, dürfte die Personalreduzierung nur in der Flüchtlingsbetreuung erfolgen.

Land reagierte nicht auf Rückgang der Flüchtlingszahlen bzw. möglichen Anstieg
„Der vorübergehende Rückgang der Flüchtlingszahlen ist bereits seit dem letzten Jahr absehbar gewesen, allerdings hat man von Seiten der Geschäftsführung und der Landespolitik nicht darauf reagiert. Gleichzeitig lässt man einen möglichen erneuten Anstieg, wie derzeit vom Bundeskriminalamt registriert, völlig außer Acht. Im heurigen Jahr wurden noch über 70 ArbeitnehmerInnen neu aufgenommen, u.a. hat die TSD für die Großheime sogar mit 30 MitarbeiterInnen den Security-Dienst selbst übernommen. Im März 2017 wurde von der Geschäftsführung noch ein neues Organigramm präsentiert, das beim jetzigen Personalabbau sicherlich nicht mehr stimmen kann. Ein rechtzeitiges Reagieren des Managements hätte nicht zu Massenkündigungen führen müssen“ ist Schweighofer überzeugt.
Im Zusammenhang mit der Situation werde auch von einem "höchst erfolgreichen wirtschaftliche Jahr 2016" gesprochen, für Schweighofer eine „sehr fragwürdige Wortwahl für eine Betreuungseinrichtung im Flüchtlingsbereich“. – „Die Darstellung dieses Landesunternehmens als Sozial-GesmbH - die es in Österreich rechtlich sowieso nicht gibt - hat sich somit als unwahr herausgestellt!“ so Schweighofer abschließend.

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