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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Otto Leist

ÖGB Tirol: Leist ortet verantwortungslose Forderung von LR Tratter

12-Stunden-Arbeitstag bereits möglich, Warnung vor Gesundheitsrisiken

Der heutigen Forderungen von Landesrat Tratter nach einer Einführung des 12-Stunden-Tages hält Otto Leist, Vorsitzender des ÖGB Tirol, die bereits derzeit vorherrschende Möglichkeit zur Arbeit von bis zu 12 Stunden entgegen. „Eine weitere Flexibilisierung ist nicht notwendig, da in sehr vielen Bereichen mit den bestehenden kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen Arbeiten bis zu 12 Stunden bereits möglich ist - aber eben mit entsprechender Entschädigung“, so Leist. Die Abdeckung von Spitzenzeiten stelle somit kein Problem dar. Tratter erwecke mit seiner Forderung den Eindruck, dass mit einer grundsätzlichen Einführung des 12-Stunden-Tages die Interessen der ArbeitnehmerInnen gewahrt werden würden. „Das ist verantwortungslos gegenüber den Tiroler Angestellten und ArbeiterInnen – sie wären die eindeutigen VerliererInnen dabei!“, so Leist. Vor allem Frauen würden damit vor ein großes Problem gestellt und wiederum in Teilzeitjobs gedrängt. „Nur ein Bruchteil der Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol hat 12 Stunden geöffnet“, informiert der Tiroler ÖGB-Vorsitzende. „Mit dieser Forderung vertritt der Arbeitslandesrat sicher nicht die Interessen der ArbeitnehmerInnen“, ärgert sich Leist

Jährlich 3,3 Milliarden aufgrund psychischer Beastungen
Leist verweist zudem auf den gesundheitlichen Aspekt eines 12-Stunden-Arbeitstages: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der MedUni Wien hatte erwiesen, dass die Belastungen für die ArbeitnehmerInnen so hoch sind, dass man sich nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit je zwölf Stunden Arbeit drei Tage frei nehmen müsste um sich vollständig zu erholen. „Zudem nimmt die Fehleranfälligkeit zu, das Unfallrisiko steigt massiv. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten für Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen belaufen sich bereits auf rund 3,3, Milliarden jährlich. Regelmäßige 12-Stunden-Tage würden diese Situation mit Sicherheit verschärfen!“ warnt Leist.

Frage der Kontrolle
Leist stellt zudem die Frage nach entsprechender Kontrolle der Arbeits- bzw. Ruhezeiten. „Die Arbeitsinspektoraten sind personell unterbesetzt, zudem wird ihnen sobald sie ihre Arbeit ordentlich erledigen Schikane gegenüber den Unternehmen vorgeworfen. Gleichzeitig setzen viele Firmen alle Hebel in Bewegung, um die Gründung von Betriebsratskörperschaften zu verhindern. Die Beweggründe dafür liegen auf der Hand: Man will eine starke ArbeitnehmerInnen-Vertretung abwehren“ so Leist. Landesrat Tratter fordere vordergründige Maßnahmen, bleibe aber wichtige Antworten schuldig.

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