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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Otto Leist, ÖGB Vorsitzender
Harald Schweighofer, Geschäftsführer GPA-djp Tirol

Pausen notwendig für gute Arbeitsleistung

Pausen notwendig für gute Arbeitsleistung


Viele Unternehmen „vergessen“ auf Pausenzeiten
„Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Gesundheit und den Erhalt der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Daher gibt es auf Arbeitspausen auch einen rechtlichen Anspruch. Trotzdem wird in vielen Tiroler Unternehmen auf die Einhaltung der Pausenzeiten häufig einfach „vergessen". Gründe sind oft hohe Arbeitsbelastung, Druck von Kunden oder Terminstress“, erklärt Tirols ÖGB-Vorsitzender Otto Leist. Dabei ist eine gute „Pausenkultur" zum Vorteil aller: Beschäftigte vermindern ihre gesundheitlichen Belastungen, Unternehmen profitieren von geringeren Fehlzeiten und Krankenständen. „Denn regelmäßige Arbeitspausen erhöhen die Konzentration, reduzieren Fehler und Unfälle und sind wichtig für die Gesundheit“, erklärt GPA-djp Regionalgeschäftsführer Harald Schweighofer.

 

Studie zeigt Handlungsbedarf
Eine von der Plattform MeineRaumluft.at veröffentlichte Studie zeigt, dass seltene Pausen in Verbindung mit schlechtem Raumklima gesundheitsgefährdend sind. Betroffen sind vor allem ArbeitnehmerInnen mit Bildschirmarbeit. 86 Prozent der Befragten gaben an, unter Augenbrennen, trockenen Augen und Kopfschmerzen zu leiden, auch Nacken, Rücken und Schultern sind betroffen. „Es ist nicht so sehr der direkte Druck durch den Vorgesetzten als vielmehr die Verantwortung gegenüber den KundInnen und KollegInnen, die von der Konsumation der Ruhepausen abhält. Erfreulich ist, dass die Grundlagen für eine sinnvolle Pausenkultur (rechtliche Rahmenbedingungen, Infrastruktur) oft vorhanden sind, diese aber von den Führungskräften zu wenig vorgelebt wird. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei der Bewusstseinsbildung für eine entsprechende Pausenkultur“, fasst Schweighofer seine bisherigen Erfahrungswerte zusammen. Regelmäßige Pausen erhöhen nachweislich das Wohlbefinden, steigern die Leistungsfähigkeit und bewahren vor Übermüdung,  Arbeitsunfällen, häufigen Krankenständen und Fehlern.

 

Rechtliche Grundlagen

Mittagspause
Wer länger als 6 Stunden arbeitet, hat Anspruch auf eine halbe Stunde Pause. Diese kann auch aufgeteilt werden (2 x 15 oder 3 x 10 Minuten). Das gilt auch für Teilzeitbeschäftigte an Tagen, an denen sie länger als 6 Stunden arbeiten. In Betrieben mit Betriebsrat können, wenn notwendig, andere Regelungen getroffen werden, in Betrieben ohne Betriebsrat durch das Arbeitsinspektorat. Wann wer auf Pause gehen kann, hängt ebenfalls von den Vereinbarungen in einem Betrieb ab und kann nicht einfach einseitig festgelegt werden. Der Arbeitgeber muss diese Pause nicht bezahlen, er muss sie aber gewähren. Während der Pause darf man den Arbeitsplatz verlassen und muss auch nicht auf Abruf verfügbar sein.

Bildschirmpause
Wer überwiegend am Bildschirm arbeitet, muss regelmäßig Pausen einlegen. Wer länger als zwei Stunden täglich Bildschirmarbeit macht, hat Anspruch auf 10 Minuten Pause nach jeweils 50 Minuten. Auch Tätigkeitswechsel, die die Belastung durch die Bildschirmarbeit ausgleichen, gelten wie Pausen. Bildschirmarbeitspausen müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden. Sie sind, anders als Ruhepausen, Arbeitszeit.
Wenn der Arbeitsablauf dies erfordert, ist es auch möglich, nach 100 Minuten 20 Minuten Pause bzw. Tätigkeitswechsel einzulegen. Ist es in einem Betrieb notwendig, dass durchgehend gearbeitet wird (z.B. Sicherheitskontrolle, Mikrochirurgie), müssen andere Pausenregelungen getroffen werden. Zur Festsetzung von innerbetrieblichen Pausenregelungen müssen die ArbeitsmedizinerInnen hinzugezogen werden.

Arbeiten am Wochenende
Selbstverständlich gilt auch am Wochenende: wenn länger als sechs Stunden gearbeitet wird, ist eine Pause von 30 Minuten einzuhalten. Zum Wochenende steht bei einer Arbeitszeitverteilung von Montag bis Freitag oder Samstag grundsätzlich eine ununterbrochene Wochenendruhe von 36 Stunden zu. Es sind aber Ausnahmen durch Kollektivverträge oder Verordnungen möglich. In diesem Fall ist in der betreffenden Kalenderwoche eine 36-stündige Wochenruhe in der Zeit von Montag bis Samstag einzuhalten.
Wird die Wochenendruhe (Wochenruhe) innerhalb eines Zeitraumes von 36 Stunden vor Beginn der nächsten Arbeitswoche unterbrochen, gebührt eine Ersatzruhezeit. Ihr Ausmaß entspricht der innerhalb dieser 36 Stunden geleisteten Arbeitszeit. Der Anspruch auf Ersatzruhe berührt nicht den Anspruch auf Überstundenabgeltung nach dem Arbeitszeitgesetz bzw. Kollektivvertrag.

Rückfragen:
Otto Leist, Mobil: 0664-450 24 16
Harald Schweighofer, Mobil: 0676-817 118 100

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