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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
v.l.n.r.: Christof Peintner (Vorsitzender der Younion_Die Daseinsgewerkschaft Tirol, Harald Schweighofer (Geschäftsführer der GPA-djp Tirol), Philip Wohlgemuth (Landesgeschäftsfüher der Gewerkschaft vida)

Eklatante Gehaltsunterschiede im Pflegebereich in Tirol

Mehrere tausend Euro Differenz pro Jahr - Gewerkschaften fordern „Tirol Zulage“ zur gerechten Entlohnung

Die eklatanten Gehaltsunterschiede von Tiroler Pflegepersonal sind Auslöser für die dringenden Forderungen nach einer einheitlichen Bezahlung von Seiten der Fachgewerkschaften vida, der Gewerkschaft der Privatangestellten – Druck, Journalismus, Papier und Younion_Die Daseinsgewerkschaft. „Monatlich 320 Euro brutto mehr verdienen beispielsweise diplomierte KrankenpflegerInnen beim Berufseinstieg, wenn sie bei den Tirol Kliniken beschäftigt sind, als Angestellte eines privaten Pflegeheims oder bei einem Sozialsprengel, obwohl die Arbeit dieselbe ist. Bei Bediensteten der Tiroler Gemeinden beträgt die monatliche Differenz 234,55 Euro im Vergleich zu den Tirol Kliniken“, erklärt Harald Schweighofer, Geschäftsführer der GPA-djp Tirol. Grund dafür ist das zulagenorientierte Gehaltsschema der Tirol Kliniken, das den MitarbeiterInnen eine SEG-Zulage (Schmutz – Erschwernis- und Gefahrenzulage) in der Höhe von mehreren hundert Euro gewährt, die in den meisten Pflegeheimen und mobilen Diensten gar nicht gezahlt wird. „In Summe macht der Gehaltsunterschied jährlich 4.480 Euro brutto aus“, so Schweighofer. "Wir wollen damit keine Neiddebatte auslösen, aber Soziale Arbeit muss in der Pflege gleich viel wert sein". Die ArbeitnehmerInnen sollten ihren Dienstgeber nicht nach monetären Gesichtspunkten auswählen, sondern nach ihrem fachlichen Schwerpunkt.

„Tirol-Zulage“ gegen Flucht von Pflegepersonal von Pflegeheimen zu Krankenhäusern
„Ein zeitgemäßes und attraktives Gehaltssystem, wie es die Tiroler Landesregierung vor kurzem u.a. für die Beschäftigten der Tirol Kliniken fixiert hat, haben sich auch die Pflegekräfte in privaten Krankenhäusern, Pflegeheimen, in der mobilen Pflege sowie in den Gesundheits- und Sozialsprengeln verdient“, ist vida-Landesgeschäftsführer Philip Wohlgemuth überzeugt. Man führe derzeit Gespräche mit Landesrat Tilg und dem Präsidenten des Gemeindeverbandes über eine Gehaltsanpassung in Form einer „Tirol-Zulage“. „Diese Zulage soll gleichen Lohn für gleiche Arbeit sicherstellen, um den Beruf der Pflege wieder attraktiver zu gestalten und die Flucht von den Pflegeheimen und mobilen Diensten hin zu den Krankenhäusern eindämmen“, so Wohlgemuth. Konkurrenzfähige Löhne und Gehälter wurden bis dato nur bei den Tirol Kliniken und Krankenhäusern umgesetzt.

Vorrückung als Gehaltserhöhung präsentiert
Christof Peintner, Tirols Vorsitzender der Younion_Die Daseinsgewerkschaft und damit Vertreter der Gemeindebediensteten, wundert sich vor allem über den als Gehaltserhöhung präsentierten Vorrückungsstichtag im November 2014: „Dass die Gemeindebediensteten rückwirkend zum 11.11.2014 Lohnerhöhungen erhalten, ist dem ergangenen EuGH-Urteil geschuldet. Positiv ist, dass das Land Tirol eine Tiroler Lösung angestrebt hat und das Urteil umgesetzt hat. Ich erwarte mir generell, dass Pflegekräfte endlich als wichtige Stütze unserer Gesellschaft gesehen werden, der auch entsprechende monetäre Wertschätzung entgegen gebracht wird.“ Ein Angleichen der Bezahlung an die der Tirol Kliniken fordert Peintner auch für Bedienstete der Tiroler Gemeinden und der Gemeindeverbände. „‘Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn‘ ist unsere klare Forderung. Die Wertschätzung der belastenden, verantwortungsvollen Arbeit im Pflegebereich, mit deutlich gestiegenem Arbeitsdruck in den letzten Jahren, muss ihre Wertschätzung zumindest auf dem Gehaltszettel wiederfinden“, sind sich die drei Gewerkschafter abschließend einig.

Weitere Rechenbeispiele:
Ein/e Pflegehelfer/in (Berufseinsteiger/in) verdient bei den Tirol Kliniken monatlich 247,95 € brutto mehr als in einem privaten Pflegeheim oder bei einem Sozialsprengel und 243,25 € brutto mehr als  Bedienstete der Tiroler Gemeinden und Gemeindeverbände.
Nach zehn Jahren beträgt die Differenz immerhin noch 110 € brutto pro Monat bei einem/r Mitarbeiter/in eines privaten Pflegeheims oder bei einem Sozialsprengel, und 70,85 € brutto bei einem/r Bediensteten der Tiroler Gemeinden und Gemeindeverbände.

Ein/e diplomierte Krankenpfleger/in verdient nach zehn Jahren bei den Tirol Kliniken monatlich 290 € brutto mehr als in einem privaten Pflegeheim oder bei einem Sozialsprengel und 226,05 € brutto mehr als ein/e Bedienstete/r der Tiroler Gemeinden oder Gemeindeverbände.

 

Anhang:
Foto (Abdruck honorarfrei/ÖGB Tirol, Sachers): v.l.n.r.: Christof Peintner (Vorsitzender der Younion_Die Daseinsgewerkschaft Tirol, Harald Schweighofer (Geschäftsführer der GPA-djp Tirol), Philip Wohlgemuth (Landesgeschäftsfüher der Gewerkschaft vida)

Rückfragen:
Helena Sachers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mobil: 0664-614 51 86

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