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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
v.l.n.r.: Harald Schweighofer (Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Tirol), Otto Leist (Vorsitzender des ÖGB Tirol und des Regionalausschusses Handel in der GPA-djp), Ing. Mag. David Schumacher (Regionalsekretär der GPA-djp Tirol für den Wirtschaftsbereich Handel)

Fulminantes Ergebnis der Urabstimmung im Handel: Zwei Drittel gegen Shopping Night

Fast zwei Drittel aller Betroffenen befragt - Klares Nein auch zur Sonntagsöffnung

Fulminantes Ergebnis der Urabstimmung im Handel: Zwei Drittel gegen Shopping Night
Fast zwei Drittel aller Betroffenen befragt - Klares Nein auch zur Sonntagsöffnung

Vier Tage lang befragte die GPA-djp (Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier) die Innsbrucker Handelsangestellten zur Shopping Night und der von Wirtschaftsseite immer wieder ins Spiel gebrachten Sonntagsöffnung. Stolz verweist Regionalgeschäftsführer Harald Schweighofer auf den enormen Rücklauf: „Von den circa 3.000 Betroffenen beteiligten sich 1.850 an unserer Umfrage, das entspricht 61,66 %. Damit können wir definitiv von einem repräsentativen Ergebnis ausgehen.“

Auf die Frage „Wollen Sie persönlich bei der Innsbrucker Shopping Night bis 23 Uhr arbeiten?“ antworteten 68,1 % mit Nein. 93,3 % sprachen sich gegen eine Sonntagsöffnung aus und 86,4 % befürworten Forderungen der Gewerkschaft nach arbeitsrechtlichen Verbesserungen bei der Eventregelung wie beispielsweise den Ausbau der Kinderbetreuung oder Regelung der Fahrtkosten.

Otto Leist, Vorsitzender des ÖGB Tirol und des Regionalausschusses Handel in der GPA-djp, erläutert die weitere Vorgehensweise: „Unser Ziel, österreichweit Verbesserungen zur „Eventregelung“ zu erreichen, wurde von den Beschäftigten bestätigt. Daher werden wir das schon diesen Herbst an die zuständigen VerhandlerInnen des Kollektivvertrages weitergeben. Inzwischen treten wir mit unserem klaren Auftrag an die Wirtschaftskammer Tirol heran, um in Verhandlungen einen Zusatz- bzw. Eventkollektivvertrag zu erreichen.“

Interessante Aspekte ergaben sich für die GPA-djp Tirol bei den Gesprächen mit den Handelsangestellten. „Es entscheiden sich gerade in der Altstadt und im Bereich der Innenstadt immer mehr Geschäftsinhaber, sich nicht mehr an der Shopping Night zu beteiligen. Dort wurde auch die Teilnahme der Einkaufscenter an ‚innsbruck@night‘ häufig und stark kritisiert – für viele würde eine Veranstaltung mit verlängerten Öffnungszeiten nur ohne deren Beteiligung Sinn mache. Doch auch einige Geschäfte in den Einkaufszentren würden nicht an der Shopping Night teilnehmen, wenn sie nicht über ihre Pachtverträge dazu verpflichtet wären. Ohne die Rabatte wäre der Umsatz an den Abenden katastrophal, mit den Rabatten kommt es zu einer reinen Umsatzverschiebung“, fasst Schweighofer die Aussagen zusammen.

Ing. Mag. David Schumacher, Regionalsekretär der GPA-djp Tirol für den Wirtschaftsbereich Handel, ergänzt: „Das Thema der ‚Freiwilligkeit‘ war der massivste Kritikpunkt. Bei einer Verweigerung rechnen viele Beschäftigte mit negativen Konsequenzen, nicht selten sogar mit der Kündigung. Zusätzlich wurde die Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln als große Herausforderung geschildert. Angestellte aus den umliegenden Tälern, wie etwa dem Sellrain, haben festgestellt, dass sie ohne eine Abholung ihrer Verwandten keine Chance mehr hätten, heimzukommen. Ein weiterer Punkt, der den Beschäftigten sauer aufstößt, ist der Umstand, dass die nächtliche Heimreise allein durch die Nachttarife der Nightliner schon wieder einen finanziellen Mehraufwand bedeutet.“

Eine Verlängerung der Öffnungszeiten bis 22 Uhr würde vielen Betroffenen wie auch Geschäftsinhabern ausreichen. Stark kritisiert wird von den Angestellten die Tatsache, dass nach 22 Uhr die Anzahl der alkoholisierten Gäste steigt bzw. äußerten die Beschäftigten dahingehende Sicherheitsbedenken. Einig war man sich auch darin, dass eine Shopping Night pro Jahr absolut ausreiche.

Ein klares Nein gibt es zur Sonntagsöffnung. Gerade der Sonntag ist den Beschäftigten ganz klar ein Garant für familiäre Kontakte, wie auch ein Tag der Erholung und Entschleunigung. Viele würden aus der Branche aussteigen, wenn der Handel auch am Sonntag generell arbeiten müsste.

 

 

Rückfragen:
Helena Sachers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ÖGB Tirol
Mobil: 0664-6145186
Mailto: helena.sachers@oegb.at

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