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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Keine Notwenigkeit der ständigen Erreichbarkeit, mehr als die Hälfte der Angestellten mit mobilen dienstlichen Kommunikationsgeräten ausgestattet

Gewerkschaft rät Diensthandys zu Weihnachten abzuschalten

Keine Notwenigkeit der ständigen Erreichbarkeit, mehr als die Hälfte der Angestellten mit mobilen dienstlichen Kommunikationsgeräten ausgestattet

Der Tiroler GPA-djp-Regionalgeschäftsführer Harald Schweighofer rät Tiroler ArbeitnehmerInnen, ihr Diensthandy für die Feiertage abzuschalten. „Der Arbeitsdruck steigt in fast allen Branchen zunehmend an. Mehr als die Hälfte der Angestellten verfügt über zumindest ein mobiles dienstliches Kommunikationsgerät. Von einem Viertel der Angestellten werden Privathandys zumindest gelegentlich auch für dienstliche Zwecke genutzt. Die ständige Erreichbarkeit von ArbeitnehmerInnen nimmt zu und sie wird in vielen Unternehmen zumindest von Teilen der Belegschaft erwartet. Knapp zwei Drittel der Angestellten, die ihr Privathandy zu dienstlichen Zwecken nutzen, erhalten dafür keine Refundierung. Wir raten an freien Tagen, das dienstliches Kommunikationsgerät einfach einmal abzuschalten“, so Schweighofer.

Arbeitszeiten verschwimmen zunehmend
Neue Arbeitszeitmodelle wie beispielsweise Vertrauensarbeitszeit, flexible Arbeitsorte oder das Arbeiten von zu Hause sowie All-in-Verträge liegen im Trend und verwischen in Tirol immer stärker die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Der Druck, ständig auf dem Laufenden zu sein und aktuelle Anfragen zu beantworten, steigt. Das mag die Arbeit erleichtern, führt aber auch zu großen Problemen. „Wo Arbeitszeitgesetz und ArbeitnehmerInnenschutz unter dem Deckmantel einer neuen Freiheit im Beruf ausgehebelt werden, leiden Privat- und Familienleben, Gesundheit und nicht zuletzt auch die Produktivität der Einzelnen. In der besinnlichen Weihnachtszeit wird das vielen Menschen erst wieder bewusst“, sagt Schweighofer.

Gesundheitliche Belastung und finanzielle Einbußen
Wenn Arbeitspausen und Wochenendruhe regelmäßig unterbrochen werden, wenn kein Ausgleich für die geleistete Arbeitszeit ermöglicht wird, wenn die Grenze zwischen Arbeit und Privat immer mehr verschwimmt, führt das auf die Dauer zu unerträglichem Arbeitsdruck und kann ernst hafte Erkrankungen bis hin zum Burnout zur Folge haben. „Außerdem kommt es nicht selten zu erheblichen Einkommensnachteilen beispielsweise durch fehlende Mehrarbeits- oder Überstundenabgeltung, oder nicht abgegoltene Rufbereitschaften. Somit laufen Beschäftigte in Gefahr, nicht nur gesundheitliche sondern auch finanzielle Einbußen zu erleiden“, erklärt Schweighofer.

Bei Verlangen der Arbeitgeberseite muss Geld oder Zeitausgleich gewährt werden
Dafür muss entweder Geld oder Zeitausgleich gewährt werden. Auch Zeiten der Arbeitsbereitschaft sind zu entlohnen. Der oberste Gerichtshof hat dazu klar festgestellt: „Die Verpflichtung, über das Handy erreichbar zu sein, ist eine Form der Rufbereitschaft, die zu entlohnen ist", sagt der Tiroler GPA-djp-Regionalgeschäftsführer. Arbeitszeit muss immer erfasst werden. Für diese Aufzeichnungen ist der Arbeitgeber verantwortlich. Der Arbeitstag ist grundsätzlich auf 8 Stunden begrenzt. Mit Zustimmung der ArbeitnehmerInnenvertretung (Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung) kann die tägliche Arbeitszeit auf maximal 10 Stunden verlängert werden. Zwischen den Arbeitstagen sind Ruhezeiten von 11 Stunden vorgegeben.

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