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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Umfrage Sonntagsöffnung

Klares Votum der Handelsangestellten in Salzburg gegen die Sonntagsöffnung

 

GPA-djp befragte 16.000 Betroffene: Fast niemand möchte am Sonntag arbeiten – auch nicht mit Zuschlägen!

Die Salzburger Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat in einer Umfrage unter ca 16.000 Handelsangestellten die Meinung der Betroffenen zur Sonntagsöffnung abgefragt. Unter den Befragten waren sowohl Beschäftigte, die noch nicht am Sonntag arbeiten müssen, als auch jene, die bereits am Sonntag in der Filiale stehen müssen. An der Umfrage beteiligten sich 16% der Befragten.


„Eine überwältigende Mehrheit, nämlich 95% aller Handelsangestellten, lehnen eine Sonntagsöffnung im Handel ab!“, freut sich Gerald Forcher, Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Salzburg über das eindeutige Ergebnis: „Diese eindeutige Ablehnung bestätigt unseren Kurs, sie überrascht uns aber auch. Vor allem auch deshalb, weil 86% der derzeitigen Sonntagsbeschäftigten eine Sonntagsöffnung ablehnen.“


Drei Viertel arbeiten nicht gerne am Sonntag!


„Bereits heute müssen 11% aller Handelsangestellten im Bundesland Salzburg am Sonntag arbeiten. In den südlichen Bezirken ist der Anteil mit bis zu 23% Sonntagbeschäftigung sehr hoch. Anders gesagt: 60% der Beschäftigten die am Sonntag in Salzburg arbeiten müssen, kommen entweder aus dem Pongau oder aus dem Pinzgau,“ weiß Michael Huber, Handelssekretär der GPA-djp Salzburg. „Nicht einmal die Hälfte der Befragten kann selbst mitreden, ob sie am Sonntag eingeteilt werden oder nicht. Drei Viertel der Betroffenen gibt außerdem an, am Sonntag nicht gerne zu arbeiten. 67 % geben als Grund dafür an, dass ihre Familie unter dieser Tätigkeit leidet.“


55% machen die Erfahrung, dass Sonntagseinkäufe die Umsätze nicht steigern


Regionalgeschäftsführer Gerald Forcher erklärt weiter: „Mehr als die Hälfte, nämlich 55% der Beschäftigten am Sonntag, machen die Erfahrung, dass sich die Sonntagsöffnung in ihrer eigenen Filiale nicht auszahlt und diese besser wieder schließen sollte. Nur 45% meinen, dass der Sonntag einen guten Umsatz bringe. Von jenen Handelsangestellten, die bisher von einer Sonntagsöffnung verschont blieben, wollen 98% gar nicht am Sonntag arbeiten. Für drei Viertel wäre eine Öffnung ihres Betriebes am Sonntag sogar ein Grund, um über einen Jobwechsel nachzudenken. Der 100%ige Sonntagszuschlag würde dabei nur für 9% die Meinung ändern.“


Keine Kinderbetreuung, schlechte öffentliche Verkehrsverbindungen und Belastungen für Familie und Freizeit – das bringt die Sonntagsöffnung!


Im Handel arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen, die meisten haben Kinderbetreuungspflichten. „75% hätten bei einer Sonntagsöffnung keine Kinderbetreuung zur Verfügung. Fast zwei Drittel wären beim Arbeitsweg auf ein Auto angewiesen, weil kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht. Für 92% würde sich eine Sonntagsarbeit sogar negativ auf das Familienleben auswirken und für 87% hätte es starke Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung und auf das Vereinsleben. Eine Sonntagsöffnung hat also eine unverhältnismäßig starke Auswirkung auf das Privatleben der Angestellten“, erklärt Forcher.


Beschäftigte glauben nicht an mehr Arbeitsplätze im Handel durch eine Sonntagsöffnung


„Nur 13% aller Salzburger Handelsangestellten sind der Meinung, dass die Öffnung der Geschäfte am Sonntag zu mehr Arbeitsplätzen führen würde. Sogar von den derzeit am Sonntag beschäftigten Angestellten bezweifeln 80% das es durch eine Sonntagsöffnung zu zusätzlichen Arbeitsplätzen kommt. Vielmehr würde sich die zusätzliche Arbeit auf die bisherigen Beschäftigten verteilen. Immer mehr Arbeit muss somit von den Angestellten abgearbeitet werden“, ist Handelssekretär Huber überzeugt.


Öffnen dort, wo es sinnvoll ist? Lebensmittelhandel im Wandel!


Vor allem der Lebensmittelhandel nutzt die seit 2014 existierende Möglichkeit, seine Geschäfte am Sonntag zu öffnen. „Bringt aber nichts,“ meinen die betroffenen Beschäftigten. „So glauben 78% der Handelsangestellten, die am Sonntag in einem Lebensmittelgeschäft arbeiten, dass sich das gar nicht auszahlt und die eigene Filiale besser wieder schließen sollte. Im Pongauer Lebensmittelhandel ist diese Quote mit 88% überhaupt am höchsten von allen“, berichtet Michael Huber: „Manchmal soll man einfach auf seine Beschäftigten hören. Die wissen es vielleicht besser als Entscheidungsträger, die selbst nie am Sonntag in der Filiale stehen würden, weil sie lieber Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen!“


Gewerkschaft soll eine klare Position GEGEN die Sonntagsöffnung vertreten. Aktionen rund um freien Sonntag ausweiten!


„Als klaren Auftrag der Beschäftigten sehen wir die Antwort auf Frage, ob wir uns gegen eine Sonntagsöffnung positionieren sollten, was 94% bejahen. Dieser Wert ist bei jenen, die am Sonntag bereits arbeiten, ebenfalls extrem hoch. 85% der Befragten fordern sogar mehr Aktivitäten von der Gewerkschaft für den Erhalt eines freien Sonntags“, so Gerald Forcher weiter.


Sonntagsallianz unterstützt Aktivitäten der Gewerkschaft!


Das Bündnis für den freien Sonntag steht voll hinter der GPA-djp, wie Heiner Sternemann von der Betriebsseelsorge der Erzdiözese Salzburg festhält: „Die Gewerkschaft leistet einen wertvollen Beitrag, um Lebensqualität und Zeitwohlstand zu sichern. Der besonders hohe Stellenwert der Familie ist überraschend, ansonsten verwundern die Ergebnisse nicht. Von nun an kann niemand mehr unwidersprochen sagen, die Kolleginnen würden ja gerne am Sonntag arbeiten – wenn sie nur dürften.“

„Für uns ist diese Umfrage ein klarer Auftrag, unseren Kampf gegen die Sonntagsöffnung im Handel weiter zu führen – wir sind den Handelsangestellten im Wort!“, so Gerald Forcher abschließend.

 

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