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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Wolfgang Katzian, ÖGB Präsident Wolfgang Katzian, ÖGB Präsident

GPA-djp-Katzian: Ältere ArbeitnehmerInnen nicht verhöhnen, sondern beschäftigen!

"Mit der Einigung auf die Steuerreform hat unsere Bundesregierung Handlungsfähigkeit bewiesen, die jetzt auch in einem anderen Bereich dringend gefragt ist: es braucht dringend Maßnahmen, um der steigenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Vom aktuellen Anstieg sind besonders ältere ArbeitnehmerInnen betroffen, für sie muss es endlich Entlastung in Form des im Regierungsübereinkommen vereinbarten Bonus-Malus-Systems kommen", fordert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp) im Rahmen des GPA-djp Regionalforums in Kärnten.

Bisher erfüllt nur ein Drittel die Quote

"Im Regierungsübereinkommen ist auch das Ansteigen des faktischen Pensionsantrittsalters auf 60,1 Jahre vereinbart, diesem Bekenntnis müssen jetzt Taten folgen - von den schönen Worten der Vertreter der Wirtschaft haben die Betroffenen nämlich wenig. Die Zahlen sprechen für sich", so Katzian weiter. Während die Arbeitslosenquote über alle Arbeitsgruppen gerechnet im Vorjahr 2014 acht Prozent betrug, waren es bei den 55- bis 59-Jährigen zehn Prozent und bei den über 60-Jährigen 13 Prozent. Eine Ursache dafür liege darin, dass viele Unternehmen die Quote für die Beschäftigung ArbeitnehmerInnen (55 plus) einfach nicht erfülle, erklärt Katzian: Von den 15.500 Unternehmen, die 25 oder mehr Beschäftigte haben, erfüllt nur ein knappes Drittel, nämlich 5000, die Quote. In rund 1.400 Unternehmen fehlen zwischen 10 und 50 ältere Arbeitnehmerinnen, was in Summe 25.000 Arbeitsplätze ausmacht. In 85 Großunternehmen fehlen jeweils mehr als 100 ältere ArbeitnehmerInnen, insgesamt rund 19.000 Arbeitsplätze.

Beschäftigung Älterer funktioniert nicht ohne Anreizsysteme

"Angesichts dieser Zahlen mutet es fast wie Hohn an, wenn die IV die Meinung vertritt, ein Quotenmodell wäre nicht gerechtfertigt und wenn WKO-Präsident Leitl erklärt, die österreichischen Unternehmen wüssten das Know-How älterer ArbeitnehmerInnen zu schätzen. In vielen Betrieben scheint das Gegenteil der Fall zu sein", so Katzian abschließend: "Es liegt auf der Hand, dass die Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen ohne eine Anreizsystem nicht funktioniert - das ist die nächste Herausforderung, die wartet. Es braucht dringend ein Bonus-Malus-System, um Arbeitsplätze für über 55-Jährige und ein faktisches Pensionsantrittsalter von 60,1 Jahren zu schaffen!"

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