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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Wolfgang Katzian, GPA-djp Vorsitzender Wolfgang Katzian, GPA-djp Vorsitzender

Katzian zu Kapsch: Unternehmenssteuern in Österreich schon jetzt zu niedrig

Europäische Mindeststeuersätze statt Fortsetzung des Dumping-Wettbewerbs

"Das Thema in der EU ist derzeit die Eindämmung des Steuerdumpings für Unternehmen. Aber ÖVP und WKÖ wollen den Unterbietungswettbewerb offensichtlich weiter treiben und die Körperschaftssteuer weiter absenken. Bevor Kapsch mit derartigen Vorschlägen den Staat um weitere Einnahmen bringt, sollte er sich seine Berechnungen noch einmal ansehen. Dass eine KöSt Senkung um 1 Mrd die Wirtschaftsleistung um 1,5 Mrd anhebt, ist eher Wunschdenken als eine abgesicherte Prognose“, reagiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Wolfgang Katzian auf die jüngsten Forderungen des Präsidenten der Industriellenvereinigung Georg Kapsch.

Harmonisierung der Unternehmenssteuern statt Dumpingwettbewerb

"Verglichen mit der Lohn- und Einkommenssteuer ist sowohl der Steuersatz als auch die effektiv bezahlte Körperschaftssteuer sehr niedrig. Statt einen ruinösen Dumpingwettbewerb bei den Unternehmenssteuern voran zu treiben, sollte sich die Industriellenvereinigung für eine eine Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung und Mindeststeuersätze in Europa einsetzen. In Anbetracht der angespannten Budgetsituation in allen europäischen Ländern wäre eine Politik des Steuerwettbewerbs bei Unternehmenssteuern das völlig falsche Signal. Vorallem, wenn man bedenkt, dass der Staat Großteils von Massensteuern, die Unselbständige leisten, finanziert wird. Dass die Unternehmen mehr investieren könnten, liegt nicht daran, dass ihnen die Gewinne wegbesteuert werden, sondern daran dass Europa wegen der Sparpolitik keinen steigenden Absatzmarkt bietet. Auch in Österreich sind die verfügbaren Haushaltseinkommen lange nicht vom Fleck gekommen“, so Katzian.

Absage an Zwölf-Stunden-Tag

Auch der angedachten Verlängerung der Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden erteilte Katzian eine Absage. "Alle am Tisch liegenden Vorschläge verfolgen allein den Zweck, die Arbeitsleistung der Beschäftigten an die unternehmerischen Erfordernisse anzupassen. Gleitzeit sollte aber primär der Selbstbestimmung der Arbeitszeit von Beschäftigten dienen. Produktive Arbeit durch körperlich und psychisch gesunde Beschäftigte erreicht man sicher nicht durch eine endlose Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit", so Katzian.
 

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