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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Steuern: Mehr Gerechtigkeit durch mehr Transparenz

Rechnen Sie auf SteuerZahlen.at aus, wie viel Steuern Sie zahlen!

In Österreich herrscht eine starke Ungleichverteilung bei der Steuerpflicht: Die breite Masse der Bevölkerung finanziert mit der beim Konsum von Gütern und Dienstleistungen zu zahlenden Umsatzsteuer und mit den Abgaben auf die Erwerbseinkommen den Hauptteil der staatlichen Investitionen und Ausgaben. Auf der anderen Seite werden von Vermögen wenig bis gar keine Steuern eingehoben. Ein krasses Ungleichgewicht herrscht auch bei der Vermögensverteilung: Denn während den ArbeitnehmerInnen trotz jährlicher kollektivvertraglicher Gehaltssteigerungen netto immer weniger im Börsel bleibt, werden die Reicher in diesem Land immer reicher.

Hochsteuerland für Arbeit

Die Lohnsteuereinnahmen werden heuer voraussichtlich bei 26 Mrd. EUR liegen und übertreffen damit erstmals die Umsatzsteuer, die 25,6 Mrd. beträgt. Gemeinsam machen diese beiden Massensteuern mit über 50 Mrd. rund zwei Drittel der Steuereinnahmen aus. Dagegen sind die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern beschämend gering. Diese betragen lächerliche 1,3% des Steueraufkommens. Hier ist Österreich im internationalen Vergleich Schlusslicht. In den westeuropäischen Staaten (EU 15)  liegt der Anteil der vermögensbezogenen Steuern immerhin bei 5,3% also viermal so hoch wie in Österreich.

Vermögen immer stärker konzentriert

Die Einbußen für die ArbeitnehmerInnen sind auch deshalb so empörend, weil auf der anderen Seite die Vermögen hoch konzentriert sind und sehr rasch zunehmen. Die Reichen werden also immer reicher. Vermögen ist in Österreich höchst ungleich verteilt: die reichsten 5% besitzen 57% des Vermögens. Die unteren 50% nur 2,2%.  Niemand kann ernsthaft behaupten, dass die obersten 5% deshalb mehr als die Hälfte des Vermögens auf sich konzentrieren, weil sie sich das erarbeitet haben. Durch eigene Arbeit kann man kein Multimillionär werden. Das schafft man nur, wenn man erbt oder als erfolgreicher Unternehmen andere für sich arbeiten lässt.

Steuerstrukturreform

Neben einer gerechteren Verteilung der Steuerzahlungen und einer Entlastung der Arbeitseinkommen brauchen wir auch einen faireren Steuertarif. Der Eingangssteuersatz beträgt derzeit 36,5%. Dieser wird für Einkommen ab ca. 1.200 EUR brutto fällig. Das ist viel zu hoch. Denn ab dieser Grenze bleibt von jeder Einkommenserhöhung nur knapp die Hälfte netto übrig. Daher fordert die GPA-djp, dass der Einkommenssteuersatz Richtung 25% gesenkt wird. Eine Steuerreform, die diesen Namen verdient, muss eine spürbare Entlastung für alle ArbeitnehmerInnen bringen. Es ist inakzeptabel, dass den kleinen und mittleren Einkommen von einer Einkommenserhöhung nur die Hälfte verbleibt.

Mehr Transparenz durch SteuernZahlen.at

Bei der Frage danach, warum es nahezu unmöglich erscheint, ein gerechtes Steuersystem zu entwickeln, ist der Verein Respekt.net auf die fehlende Steuertransparenz als ein Grundproblem gestoßen. Deshalb wurde mit SteuerZahlen.at die erste Transparenz-Plattform für Steuerzahlende eingerichtet, auf der jede/r österreichische Steuerzahlende einfach und anonym seinen/ihren Gesamtsteuerbeitrag ermitteln kann. Von A wie Alkoholsteuer bis V wie Versicherungssteuer. Ziel ist es, mit den gesammelten Daten darzustellen, welche Bevölkerungsgruppen in Österreich wofür wie viel Steuern zahlt. Damit diese Darstellung umfassend und aussagekräftig wird, müssen sich möglichst viele Menschen beteiligen.  

>>> Mitmachen auf SteuernZahlen.at

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