Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Millionärs-Rekord in Österreich

Katzian fordert möglichst rasche Steuerreform, Konzepte noch in diesem Jahr

Wie schon 2012 entwickelte sich auch das vergangene Jahr 2013 in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz völlig gegensätzlich für Millionäre und für den Rest der Bevölkerung, das geht aus dem aktuellen Vermögensreport der Liechtensteiner Investmenthauses Valluga hervor:  Während Staatshaushalte und DurchschnittsbürgerInnen die Folgen der Krise spüren, stiegen sowohl die Zahl der Millionäre als auch deren Vermögen. 4600 ÖsterreicherInnen wurden im Vorjahr zu Millionären, damit besitzen aktuell 82.300 Menschen in der Republik ein Finanzvermögen von mehr als einer Million Euro, eigengenutzte Immobilien nicht mitgerechnet. Die Millionärsdichte in Österreich stieg damit auf 0,97 Prozent, und die Millionäre sind so reich wie nie zuvor. Ihr Durchschnittsvermögen beträgt, 3,19 Millionen Euro, ihr gesamtes Vermögen wuchs im Vorjahr um sieben Prozent auf 262 Milliarden Euro  – zum Vergleich: das ist das ist mehr als sechs mal so viel wie das gesamte aktuelle Budget für Arbeit und Soziales in Österreich oder ungefähr 20 mal so viel wie das aktuelle Budget für Bildung.

Vermögenssteigerung von 5,8 % jährlich prognostiziert

Reiche wissen wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen, insbesondere Liquiditätsspritzen, besser zur Vergrößerung ihres Vermögens nutzen, erklären die ExpertInnen von Valluga diese Entwicklung. MillionärInnen schichten ihr Geld in großem Maß in Aktien um und setzen gleichzeitig weiter auf Luxusimmobilien. Es sei auch kein Ende dieses Aufwärtstrends in Sicht, die Liechtensteiner FinanzexpertInnen gehen davon aus, dass das Gesamtvermögen der MillionärInnen bis zum Jahr 2017 um ein Viertel ansteigen wird. Prognostiziert sind jährliche Wachstumsraten von 5,8 Prozent.

"Ein Anstieg, der so weit entfernt ist von jeder Erhöhung der Löhne, Gehälter und Pensionen in Österreich, dass es wirklich nur eine Konsequenz geben kann: auch Millionäre müssen endlich ihren Beitrag zur Krisenbewältigung in Form einer Vermögenssteuer leisten", kommentiert GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian den Valluga-Report. Dass Österreich immer noch zu den Schlusslichtern Europas zähle, was eine Vermögensbesteuerung betrifft, steht due Tatsache gegenüber, dass ausgerechnet diejenigen, die von der Entwicklung der internationalen Finanzmärkte profitieren, den geringsten Beitrag zum Steueraufkommen beitragen, fordert Katzian einmal mehr die Einführung einer Vermögenssteuer: "Der Faktor Arbeit ist in Österreich viel zu hoch besteuert, die Dringlichkeit einer Steuerstrukturreform liegt auf der Hand. ArbeitnehmerInnen brauchen Entlastung, damit könnte auch der Konsum angekurbelt werden. Ein Nein zur Vermögenssteuer ist angesichts der aktuellen Entwicklung unverständlicher und unverantwortlicher denn je!" 

Artikel weiterempfehlen