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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Bei Douglas wurden im Sommer drei Mitarbeiterinnen freigestellt und gekündigt, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen Gemeinsam mit der Gewerkschaft klagen Sabrina E., Emilija S. und eine weitere Kollegin jetzt den Parfümeriekonzern wegen rechtswidriger Kündigung.

Der Duft von Veränderung

Bei Douglas wurden im Sommer drei Mitarbeiterinnen freigestellt und gekündigt, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen. Gemeinsam mit der Gewerkschaft klagen Sabrina E., Emilija S. und eine weitere Kollegin jetzt den Parfümeriekonzern wegen rechtswidriger Kündigung. Inzwischen hat sich auch der deutsche Betriebsrat eingeschalten und die GPA-djp hat alle österreichischen MitarbeiterInnen befragt.

Von den rund 400 Beschäftigten bei Douglas haben bislang mehr als ein Viertel die ausgefüllte Umfrage der Gewerkschaft zurückgeschickt. Der Tenor ist klar: Die Beschäftigten im Parfümerieriesen wollen Veränderung. 89 Prozent sprechen sich für einen Betriebsrat aus. Die Angestellten liefern die Begründung gleich mit:

84 Prozent beklagen einen Personalmangel bei Douglas, fast jeder Zweite berichtet, keine Zuschläge für Mehr- und Überstunden zu bekommen. Jede Dritte bekommt ihren Dienstplan nicht rechtzeitig. 19 Prozent geben sogar an, dass die aufgezeichneten und die tatsächlich geleisteten Stunden nicht übereinstimmen.

Dass 26 Prozent bereits auf die Gewerkschaftsfragen geantwortet haben, zeigt den hohen Handlungsbedarf. Denn: Die Geschäftsführung hat in einem Brief an die MitarbeiterInnen durchklingen lassen, was sie von gewerkschaftlichen Aktivitäten in ihrem Unternehmen hält.

Überhaupt herrscht laut Berichten von Beschäftigten ein rauer Umgangston, wenn es um das Thema betriebliche Mitbestimmung geht.

Die GPA-djp steht jedenfalls weiter auf der Seite der Beschäftigten und arbeitet weiter an der Gründung eines Betriebsrats im Unternehmen. Am 26. November findet außerdem der nächste Verhandlungstermin vor Gericht für die gekündigten Kolleginnen statt.

Unterdessen hat der Gesamtbetriebsrat von Douglas Deutschland gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di Handel eine Resolution beschlossen, in der sie sich voll mit den österreichischen Kolleginnen solidarisieren. Hier die Resolution im Wortlaut:


Aus Solidarität mit den von DOUGLAS Österreich gekündigten Kolleginnen beschließt der Gesamtbetriebsrat von Parfümerie DOUGLAS Deutschland GmbH zusammen mit ver.di-Handel folgende

R E S O L U T I O N

Das Recht auf Demokratie ist ein Menschenrecht, die betriebliche Mitbestimmung ist ein zentraler Bestandteil entwickelter Demokratien. In diesem Sinne steht es allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sich betrieblich zu organisieren und zur Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber dem Arbeitgeber einen Betriebsrat zu gründen.

Betriebsräte treten nicht nur vor der Geschäftsführung für ihre Kolleginnen und Kollegen ein, sondern leisten überdies einen unschätzbaren Beitrag zu einem guten Betriebsklima. Studien belegen, dass Betriebe mit Betriebsrat aufgrund höherer Zufriedenheit unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bessere Ergebnisse erzielen.

Die Gründung eines Betriebsrats erfordert Engagement, Tatkraft und nicht zuletzt Mut. Dass drei Mitarbeiterinnen von DOUGLAS Österreich sich für ihre Kolleginnen und Kollegen einsetzen wollen, hat Respekt und Wertschätzung verdient. Leider haben unsere Kolleginnen seitens der Geschäftsführung von DOUGLAS Österreich das genaue Gegenteil erfahren. Die drei Frauen, die einen Betriebsrat gründen wollten, wurden von DOUGLAS Österreich gekündigt und ihr Ruf wurde durch das Unternehmen in Zweifel gezogen.

Es steht außer Frage, dass unsere Kolleginnen einen solchen Umgang nicht tatenlos akzeptieren können. Als Gesamtbetriebsrat von Parfümerie DOUGLAS Deutschland GmbH solidarisieren wir uns zusammen mit unserer Gewerkschaft ver.di im Handel umfassend und uneingeschränkt mit unseren betroffenen Kolleginnen in Österreich und unterstützen ihren juristischen Kampf um Gerechtigkeit und für eine betriebliche Vertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von DOUGLAS Österreich.

Von der Geschäftsführung von Douglas in Deutschland erwarten wir, dass sie umgehend alles Notwendige in die Wege leitet, damit die Kündigungen gegen unsere Kolleginnen in Österreich sofort zurückgenommen werden.


Demokratie darf nicht am Personaleingang enden; auch nicht bei Douglas!

Düsseldorf, 14. November 2019

Für den Gesamtbetriebsrat von Parfümerie DOUGLAS Deutschland GmbH:

Ulrike Gaal (Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates)

Für die Gewerkschaft ver.di-Handel:

Orhan Akman (Bundesfachgruppenleiter Einzel- und Versandhandel)

Zum Unternehmen:
 
Douglas ist eine international tätige Parfümerie-Filialkette und ist mit mehr als 2.400 Parfümerien in 21 Ländern und einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2017/18) Marktführer in Europa.

Der Beitrag ist erstmals auf kompetenz-online.at erschienen.

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