Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Erste Verhandlungsrunde in der Glasindustrie

Am 15. Mai starteten die KV-Verhandlungen für die Beschäftigten in der Glasindustrie
Gestärkt durch die vielen persönlichen Gespräche in den Betrieben, den hohen Rücklauf und den Ergebnissen der Befragung haben wir heute gemeinsam mit der Gewerkschaft Pro-Ge unser Forderungsprogramm für die Kollektivvertragsverhandlungen in der Glasindustrie übergeben.
 
Unsere Forderungen 
 
Im Vordergrund steht natürlich eine Lohn- und Gehaltserhöhung. Weiters fordern wir den Zugang zur Freizeitoption und eine überdurchschnittliche Erhöhung für Lehrlinge.
 
Rahmenrechtliche Verbesserungen
 
  • 24. und 31. Dezember frei 
  • Rechtsanspruch auf Altersteilzeit
  • Volle Anrechnung der Karenzzeiten
 
Herbeiführung eines Interessenausgleichs im Zusammenhang mit der Novelle zum AZG bzw. ARG
 
  • Wiederherstellung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei langen Arbeitszeiten
  • Bei Gleitzeit Begrenzung der Normalarbeitszeit von 10 Stunden
  • Für Arbeit nach der 10. Arbeitsstunde an einem Wochentag (bzw. nach der 51. Arbeitsstunde in der Woche) höhere Zuschläge und eine auf die zulässige Arbeitszeit anzurechnende bezahlte Pause
 
Geltungstermin: 1. Juni 2019, Laufzeit 12 Monate
 
Am Vormittag wurden die Rahmenrechtsforderungen intensiv diskutiert. Ein erstes mögliches Rahmenrechtspaket wurde ausgelotet, aber noch nicht fixiert.
 
Diskussion der wirtschaftlichen Lage
 
Am Nachmittag der Verhandlungen fand eine Diskussion über die aktuelle wirtschaftliche Lage statt. Der Fachverband der Glasindustrie, der heuer erstmals von Herrn DI Johann Eggerth von der Vetropack angeführt wurde, sorgt sich über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in der Glasindustrie. So wurden die internationale Ausrichtung, die Konkurrenz aus dem Ausland, sowie der Brexit und der Handelskrieg zwischen China und den USA als mögliche negative Auswirkung auf die österreichische Wirtschaft beklagt. Auch die negativen Prognosen zum Wirtschaftswachstum wurden angesprochen.
 
Wir blicken auf ein sehr gutes Jahr seit der Wirtschaftskrise zurück. Die Glasindustrie hat sich gut entwickelt – die positiven Betriebsberichte der BetriebsrätInnen im Verhandlungsteam werden zusätzlich durch offizielle statistische Daten und Branchenanalysen untermauert. Besonders hervorzuheben sind der Beschäftigtenzuwachs in der Branche sowie die deutlich gestiegenen Gewinne und Ausschüttungen im letzten Geschäftsjahr.
 
Für unsere Verhandlungen gilt die Inflationsrate der letzten 12 Kalendermonate von 1,95 %. 
 
Forderungen der Arbeitgeber
 
Die Arbeitgeber haben ebenfalls Forderungen zur Arbeitszeit eingebracht: Verlangt wird beispielsweise eine weitere Flexibilisierung auf betrieblicher Ebene, die Verlängerung der täglichen und wöchentlichen NAZ. 
 
Im Zusammenhang mit der Gleichstellung von ArbeiterInnen und Angestellten, die im Parlament 2017 beschlossen wurde, fordern die Arbeitgeber Änderungen im Kollektivvertrag der ArbeiterInnen. Es sollen Anpassungen bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bei den Kündigungsterminen geben. 
 
Am Ende des ersten Verhandlungstages wurde ein Angebot für eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5% unterbreitet. Die erste Verhandlungsrunde fand in einem angenehmen Gesprächsklima statt.
 
Unsere Verhandlungen werden am Dienstag, dem 4. Juni 2019, fortgesetzt.

Artikel weiterempfehlen