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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Wie wird der Kollektivvertrag verhandelt?

An den Kollektivvertragsverhandlungen nehmen VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen und der ArbeitgeberInnen teil. Auf ArbeitnehmerInnenseite wird das Verhandlungsteam großteils aus BetriebsräteInnen jener Branche gebildet, für die verhandelt wird. Auf ArbeitgeberInnenseite verhandeln zumeist UnternehmerInnen oder ManagerInnen aus den Betrieben der Branche.

Die Verhandlungsteams werden in der jeweiligen Organisation (zumeist Wirtschaftskammer und Gewerkschaften) gewählt. In der GPA-djp erfolgt die Wahl der Verhandlungsteams durch die Bundesausschüsse (Betriebsräte jener Branche) der Wirtschaftsbereiche geheim.

Die Verhandlungsteams werden auf beiden Seiten durch hauptamtliche Beschäftigte der jeweiligen Organisation unterstützt.

Durch diese Zusammensetzung ist gewährleistet, dass der Branchenkollektivvertrag von den Betroffenen selbst verhandelt wird, da sie die berufliche Erfahrung und Kenntnis des Wirtschaftszweiges haben.

Wie kommen Kollektivvertragsforderungen zustande?
Vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung in einer Branche wie auch durch Neuerungen im arbeitsrechtlichen Bereich müssen Kollektivverträge immer wieder geändert werden. Vor Beginn von Kollektivvertragsverhandlungen werden die BetriebsrätInnen in den Betrieben befragt, welche Änderungswünsche in bezug auf den Kollektivvertrag bestehen. Die Vorschläge und Anregungen werden gesammelt und zusammengefasst. Darüber hinaus wird in Form von Branchenanalysen die wirtschaftliche Lage der Branche und der gesamten Wirtschaft beurteilt. Diese Analysen bilden eine wichtige Grundlage für die Forderung nach Gehaltserhöhungen.

In den zuständigen Gremien der GPA-djp, die sich aus BetriebsrätInnen der jeweiligen Branche nach bestimmten Kriterien zusammensetzen, werden die zusammengefassten Wünsche und Daten beurteilt und bewertet. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine Forderungsprogramm zur Änderung des Kollektivvertrages.

Wird mein Kollektivvertrag jährlich verhandelt?
Das ist nicht immer so und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich ist zu sagen, dass es keine Automatik für jährliche Verhandlungen gibt. Ob, wie oft und wann verhandelt wird, ist von z.B. von folgenden Faktoren abhängig:

  • Um welchen Kollektivvertrag es sich handelt.
  • Vom gewerkschaftlichen Organisationsgrad in der Branche.
  • Von der Geltungsdauer des letzten Abschlusses (z.B. 2-Jahres-Abschluss).
  • Von der grundsätzlichen Verhandlungsbereitschaft der Sozialpartner.
    Von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Grundsätzlich streben die ArbeitnehmerInnenvertretungen (Gewerkschaften) bei den Branchenkollektivverträgen regelmäßige Verhandlungszeiträume an, schon alleine wegen der jährlichen Teuerungsabgeltung. Es hängt unter anderem von der Stärke der gewerkschaftlichen Organisation in der Branche ab, ob das auch gelingt. In gut organisierten Branchen ist die Frage der jährlichen Kollektivvertragsverhandlung meistens kein Thema. In schwach organisierten Bereichen ist es nicht immer leicht mit den ArbeitgeberInnen Verhandlungen aufzunehmen.

Wie lange dauern solche KV-Verhandlungen?
Das ist sehr unterschiedlich und hängt von den Rahmenbedingungen der Verhandlungen ab. Es gibt Verhandlungen, die rasch zu einem Ergebnis kommen, und dann gibt es scheinbar endlose Verhandlungen. Dies hängt auch vom Verhandlungsthema, der Zusammensetzung der Verhandlungsteams und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche ab.

Führt jede Verhandlung zu einem Abschluss?
Nein, es wurden und werden Verhandlungen auch unterbrochen oder sogar abgebrochen, wenn die VerhandlungspartnerInnen zur Meinung gelangen, dass weitere Gespräche keinen Sinn haben.

Wann ist der neue Kollektivvertrag abgeschlossen?
Der Kollektivvertragsabschluss ist dann erreicht, wenn beide Seiten in den wesentlichen Verhandlungspunkten zu einer Einigung gelangt sind, die sie ihrer Meinung nach gegenüber den jeweiligen Mitgliedern vertreten können. Diesen entscheidenden Punkt zu erkennen und abzuschätzen erfordert große Erfahrung und Risikobereitschaft der Verhandlungsteams.

In einem Abschlussprotokoll wird die Einigung schriftlich festgehalten und von beiden Seiten unterschrieben. Entsprechend dieses Protokolls wird der Kollektivvertragstext in den einzelnen Punkten abgeändert bzw. wird der neue Kollektivvertrag ausformuliert.

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