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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Wieso gibt es unterschiedliche Kollektivvertragsbezeichnungen?

Je nach Geltungsbereich und Inhalt gibt es Unterschiede bei Kollektivverträgen. Durch unterschiedliche Bezeichnungen erkennen die KV-Profis sofort, um welche Art des Kollektivvertrages es sich handelt bzw. was deren Inhalt ist.

Folgende Bezeichnungen werden häufig verwendet:

  •  Der Generalkollektivvertrag
  •  Der Rahmenkollektivvertrag
  •  Der Zusatzkollektivvertrag
  •  Der Branchenkollektivvertrag
  •  Der Landeskollektivvertrag

Darüber hinaus kann es vereinzelt auch noch andere Kollektivvertragsbezeichnungen geben. Da diese Bezeichnungen aber eher selten sind, haben wir sie nicht näher erklärt.

Was ist ein Generalkollektivvertrag?
Ein Generalkollektivvertrag wird zwischen dem ÖGB als Dachverband aller Gewerkschaften und der Wirtschaftskammer Österreich abgeschlossen. Dieser Kollektivvertrag gilt automatisch für alle Branchen und Betriebe in Österreich, die der Wirtschaftskammer angehören.

Ein Beispiel dafür ist der Generalkollektivvertrag für die Berechnung des Urlaubsentgeltes, der anlässlich der Einführung des Urlaubsgesetzes abgeschlossen wurde und die Berechnung für die Fortzahlung der Bezüge während des Urlaubes regelt.

Was ist ein Rahmenkollektivvertrag?
Ein Rahmenkollektivvertrag gilt zumeist für Wirtschaftszweige die aus mehreren Branchen bestehen, die einander ähnlich sind. In solchen Kollektivverträgen wird ein Grundstandard vereinbart, der für alle Branchen gleich ist. Durch Zusatzkollektivverträge können in weiterer Folge darüber hinaus spezifische Regelungen für einzelne Branchen abgeschlossen werden.

Durch die Zusammenfassung der Branchen bei den Verhandlungen wird zumeist die Verhandlungsposition der ArbeitnehmerInnen gestärkt. Gleichzeitig werden aber die Verhandlungen schwieriger und aufwändiger, da verschiedene Gruppeninteressen vereinigt werden müssen.

Ein Beispiel für diese Kollektivvertragsart ist der Rahmenkollektivvertrag für die Angestellten der Industrie, der zwischen GPA-djp und Bundessektion Industrie der WKÖ abgeschlossen wird.

Was sind Zusatzkollektivverträge?
Die Bezeichnung "Zusatzkollektivvertrag" signalisiert, dass es sich um einen Zusatz zu einem bestehenden Rahmen- oder Branchenkollektivvertrag handelt. Durch Zusatzkollektivverträge können Details für bestimmte Branchen oder Teile von Branchen zwischen den Sozialpartnern geregelt werden, die nur für diesen Bereich wichtig sind. Auch zu bestimmten Inhalten und Anlässen können Zusatzkollektivverträge abgeschlossen werden. Vereinzelt werden Zusatzkollektivverträge auch für sehr große Unternehmen abgeschlossen.

Durch das Instrument der Zusatzkollektivverträge kann sehr flexibel und differenziert auf Besonderheiten einer Branche eingegangen werden, ohne die grundsätzlichen, kollektivvertraglichen Regelungen zu gefährden oder aufzuweichen.

Was ist ein Branchenkollektivvertrag?
Der Branchenkollektivvertrag regelt die Arbeitsbeziehungen innerhalb einer Branche. Diese Art des Kollektivvertrages ist am weitesten verbreitet. Die meisten Arbeitsverhältnisse werden durch Branchenkollektivverträge geregelt.

Ein Beispiel für einen Branchenkollektivvertrag ist der Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge im Handel.

Was ist ein Landeskollektivvertrag?
Als Landeskollektivvertrag werden Kollektivverträge bezeichnet, die nur für ein oder mehrere Bundesländer, nicht aber für ganz Österreich abgeschlossen werden. Es kann sich sowohl um Zusatzkollektivverträge oder auch um Branchenkollektivverträge handeln.

Besonders im Bereich der Freien Berufe (Ärzte, Rechtsanwälte etc.) sind Landeskollektivverträge sehr häufig anzutreffen.

Aus Sicht der ArbeitnehmerInnen ist diese Art der kollektivvertraglichen Regelung eher ungünstig, da zwischen den einzelnen Bundesländern die Arbeitsbedingungen unterschiedlich geregelt sind, was oft nur schwer zu erklären ist.

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