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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Warum ist der KV etwas besonderes?

Im Gegensatz zu Gesetzen oder Verordnungen wird beim Kollektivvertrag in direkten Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern Arbeitsrecht vereinbart und formuliert. Damit dieser Vereinbarung die selbe Bedeutung wie ein Gesetz zukommt, gibt es drei spezielle Wirkungen des Kollektivvertrages:

  •  Die Normwirkung
  •  Die Außenseiterwirkung
  •  Die Nachwirkung
Was heißt "Normwirkung"?
Normwirkung ist der Ausdruck dafür, dass die Bestimmungen des Kollektivvertrages die gleiche Geltung haben wie ein Gesetz und automatisch auf alle Dienstverhältnisse innerhalb des Geltungsbereiches anzuwenden sind. Betriebsvereinbarungen und Dienstverträge müssen die Bestimmungen des Kollektivvertrages unbedingt beachten und dürfen grundsätzlich nichts Schlechteres regeln. Der Kollektivvertrag kann aber der Betriebsvereinbarung oder dem Dienstvertrag "erlauben" bestimmte Angelegenheiten anders zu regeln.

Was ist die "Außenseiterwirkung"?
Grundsätzlich gilt der Kollektivvertrag nur für die Mitglieder jener kollektivvertragsfähigen Organisationen, die den Kollektivvertrag verhandelt haben. Auf Seiten der ArbeitgeberInnen ist dies zumeist kein Problem, da die Wirtschaftskammer als gesetzliche Interessenvertretung den Kollektivvertrag verhandelt. Anders ist die Sache bei den ArbeitnehmerInnen: Nicht jede/r ist Mitglied der Gewerkschaft - eigentlich schade. Um sicherzustellen, dass vor allem in schwächer organisierten Bereichen der Kollektivvertrag kein "Minderheitenprogramm" wird, regelt das Arbeitsverfassungsgesetz, dass der Kollektivvertrag auf ArbeitnehmerInnenseite auch für Nichtmitglieder - also die Außenseiter - gilt.

Wozu gibt es eine "Nachwirkung"?
Kollektivverträge können auch gekündigt werden. Daher ist es wichtig die Rechte und Pflichten (z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zu sichern.

Das Instrument der "Nachwirkung" sichert die Ansprüche aus dem Kollektivvertrag obwohl dieser nicht mehr gilt. Dies gilt aber nur für jene ArbeitnehmerInnen, die schon beschäftigt waren, bevor der Kollektivvertrag "ungültig" wurde (heißt im KV-Deutsch "erloschen ist"). Die "Nachwirkung" gilt so lange, bis ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen wurde.

Während der Nachwirkung eingetretene ArbeitnehmerInnen unterliegen keinem Kollektivvertrag.

Achtung: Während der Nachwirkung kann der Arbeitsvertrag auch zum Nachteil geändert werden. Daher besondere Vorsicht bei Unterschriften.

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