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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Umreihungen und Vorrückungen

Neben der Einstufung werden in vielen Kollektivverträgen auch Regelungen für Vorrückungen oder Umreihungen innerhalb des Gehaltsschemas geregelt. In der überwiegenden Zahl der Gehaltsschemen ist vor allem die Dienstzeit oder die Änderung der Tätigkeit für Vorrückungen und Umreihungen ausschlaggebend. In einigen Kollektivverträgen gibt es aber auch andere Kriterien, die für Umreihungen bzw. Vorrückungen.

Was ist eine Vorrückung? 
Unter Vorrückung ist die Anhebung der Mindestentlohnung innerhalb einer Verwendungsgruppe nach einem bestimmten System zu verstehen. Dieses System ist meistens mit einer zeitlichen Komponente verbunden. Vorrückungssystem ist der Biennalsprung, d.h. das Mindestgehalt wird alle zwei Jahre um einen bestimmten Betrag angehoben. Je nach Zeitrhythmus und Gehaltsschema gibt es auch Annualsprünge (jährlich), Triennalsprünge (alle drei Jahre) oder gar Quinniensprünge (alle fünf Jahre). 

Was ist eine Umreihung?
Eine Umreihung liegt dann vor, wenn ein Arbeitnehmer innerhalb eines Gehaltsschemas von einer Verwendungsgruppe (Beschäftigungsgruppe) in eine andere Gruppe eingereiht wird. Wann und wie die Umreihung erfolgt, ist in den meisten Kollektivverträgen genau beschrieben. Am häufigsten werden Umreihungen beim Wechsel der beruflichen Tätigkeit vorgenommen oder bei Erreichen einer bestimmten Dienstzeit. 

Was ist ein "Echter Biennalsprung"? 
Wird bei einer Vorrückung der vorgeschriebene Betrag auf das tatsächlich bezahlte Gehalt in voller Höhe gewährt, sprechen die ExpertInnen von einem "Echten Biennalsprung".

Was ist ein "Unechter Biennalsprung" 
Ein unechter Biennalsprung ist dann gegeben, wenn das Gehaltsschema zwar bei der Mindestentlohung eine betragsmäßige Vorrückung vorsieht, diese aber nur dann gewährt wird, wenn der/die Angestellte tatsächlich nur das Mindestgehalt erhält. Ist der Istgehalt höher als die Mindestentlohnung, so kann der Betrag der Vorrückung so lange eingerechnet werden bis das Mindestgehalt des Schemas höher ist als das tatsächlich bezahlte Gehalt. Das heißt der Biennalsprung wird erst dann wirksam, wenn das Mindestgehalt ein höheres Istgehalt vorschreibt.

Was ist ein "Rösselsprung"?
So wird eine bestimmte Vorgangsweise bei der Umreihung bezeichnet. Bei dieser Regelung wird bei einer Umreihung eines/einer ArbeitnehmerIn in eine höhere Verwendungs- oder Beschäftigungsgruppe nicht in das gleiche Gruppenjahr eingestuft. In der neuen Verwendungs- oder Beschäftigungsgruppe erfolgt die Einreihung in jenes, meist niedrigere Gruppenjahr, das die nächsthöhere Mindestentlohnung gegenüber der Mindestentlohnung vor der Umreihung enthält. Zumeist muss auch noch eine Mindestdifferenz zwischen den beiden Mindestbezügen eingehalten werden. Durch diese Form der Umreihung wird der Anspruch auf kommende Biennien erhöht. 

Praktisches Beispiel - Umreihung durch Rösselsprung 

Eine Arbeitnehmerin soll unter Anwendung des sogenannten "Rösselsprunges" von der Verwendungsgruppe II, Stufe 3 in die Verwendungsgruppe III umgestuft werden.

Das Gehalt in Verwendungsgruppe II, Stufe 3 beträgt 1.130,-- Euro. Das nächst höhere Gehalt in der Verwendungsgruppe III beträgt in Stufe 2, 1.190,-- Euro. Daher wird die Kollegin in diese Stufe der Verwendungsgruppe III umgereiht.

Durch die festgelegte Vorgangsweise wurde die Kollegin innerhalb des Gehaltsschemas von der Verwendungsgruppe II, Stufe 3 in die Verwendungsgruppe III, Stufe 2 umgereiht. Dadurch hat die Kollegin nicht nur ein höheres Grundgehalt, sondern auch die zusätzliche Möglichkeit eines Biennalsprunges innerhalb der VG III erreicht. 

Da die Bewegung innerhalb des Schemas dem erlaubten Zug des Pferdes beim Schachspiel gleichkommt, wird diese Regelung im Expertendeutsch "Rösselsprung" genannt.

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