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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

GPA-djp: Klares Nein zur Pensionsautomatik!

Es braucht keine Automatik, sondern Maßnahmen, um ältere Menschen im Erwerbsleben zu halten

„Wir bekennen uns voll zur Zielsetzung der Anhebung des faktischen Pensionsalters, dafür braucht es aber wirkungsvolle Maßnahmen wie etwa das von der Wirtschaft nach wie vor blockierte Bonus-Malus-Modell zur Förderung der  Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen. Die Einführung einer Pensionsautomatik ist aber definitiv der falsche Weg: Politische Maßnahmen können niemals von Computern gesetzt werden“, erklärt Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein die Position der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) in der aktuellen Diskussion darüber, ob das Pensionsantrittsalter parallel zur Lebenserwartung steigen soll.

„Junge Menschen wären die großen VerliererInnen einer Pensionsautomatik. Damit würde man ihre Pensionen nicht sichern, sondern kürzen“, ergänzt GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian. Ein späteres gesetzliches Regelpensionsalter hätte für viele höhere Abschläge zur Folge, die zu massiven Pensionseinbußen führen würden. Dementsprechend lehnen laut einer OGM Umfrage 77 Prozent der unter 30-Jährigen die Automatik ab. Dass eine automatische Anhebung des Alters nicht automatisch mehr Beschäftigung mit sich bringen, beweist auch die diesbezügliche Szenarioberechnung der Pensionskommission in ihrem Gutachten vom 25.11.2014: Im sogenannten „Shift Szenario“, bei dem sich das gesetzliche Pensionsantrittsalter parallel zur Lebenserwartung nach oben verschiebt, sinkt die Anzahl der PensionsbezieherInnen weitaus stärker als die Zahl der Erwerbstätigen steigt.

Bonus-Malus-Regelung gefordert

Im Gutachten der Pensionskommission fehlt außerdem die Gesamtschau der öffentlichen Pensionsausgaben bis zum Jahr 2060, der ganze Bereich der Beamtenpensionen ist ausgeklammert. „Durch die Pensionsharmonisierung im Rahmen des Pensionskontos und das Auslaufen der Beamtenpensionsregelungen steigen die gesamten öffentlichen Pensionsausgaben aber wesentlich geringer als es im Gutachten der Pensionskommission den Anschein hat“, so Stein weiter: „Die Pensionskommission soll ab sofort wie im Regierungsprogramm vorgesehen die Entwicklung der gesamten öffentlichen Pensionen inklusive der Beamtenpensionen analysieren und darstellen.“

Die GPA-djp lehnt angesichts dieser Fakten eine automatische Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters mit der Lebenserwartung ab, eine dementsprechende Resolution wurde heute in der Sitzung des Bundesvorstandes verabschiedet. Gefordert ist vielmehr eine Reihe von Maßnahmen wie etwa ein rasches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung älterer ArbeitnehmerInnen, vor allem eine Bonus-Malus-Regelung zur Beschäftigung älterer Menschen.

Weiters sollen Unternehmen zur Etablierung alternsgerechter Arbeitsbedingungen verpflichtet werden und die arbeitsweltbezogene Prävention verbessern, der Anspruch auf berufliche Rehabilitation soll auf Personen ohne Berufsschutz ausgeweitet werden, heißt es in der Resolution.

„Wir fordern ein klares Bekenntnis zum bestehenden leistungsdefinierten Pensionskonto mit verbindlichen Aussagen zur künftig zu erwartenden Pensionshöhe und eine Absage an ein beitragsdefiniertes Pensionskontosystem, in dem die künftige Pensionshöhe unberechenbar bleiben würde“, so Stein und Katzian: „Diese Klarheit haben Erwerbstätige, die jahrzehntelang das Pensionssystem mitfinanzieren genauso wie BerufseinsteigerInnen verdient!“

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