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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp

GPA-djp-Fetik: Zeit für mehr Frauen in Führungspositionen!

Verbindliche Quotenziele und weitere Maßnahmen in Betriebsvereinbarungen verankern

„Ich kenne Dutzende Argumente, warum Führungspositionen angeblich nichts für Frauen sein sollen, kein einziges davon stimmt. Frauen sind mindestens genauso gut ausgebildet als Männer, sie sind motiviert, aber in den Führungsetagen noch unterrepräsentiert“, stellt Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) fest. Der Frauen.Management.Report. der AK Wien bestätigt den niedrigen Anteil von Frauen in Geschäftsführung und Aufsichtsräten in der Privatwirtschaft, Österreich liegt diesbezüglich deutlich unter dem EU-Durchschnitt. In den Top-200-Unternehmen liegt der Frauenanteil in der Geschäftsführung bei 5,9 Prozent, was eine magere Erhöhung von 2,2 Prozentpunkten in den vergangenen 10 Jahren bedeutet. Nur zwei heimische Unternehmen werden von einer weiblichen Vorstandsvorsitzenden beziehungsweise von einer alleinigen Geschäftsführerin geleitet, auch in Branchen mit hoher Frauenbeschäftigung wie im Handel oder bei Banken und Versicherungen ist die Spitze männlich. In den börsennotierten Unternehmen beträgt der Anteil magere 5,8 Prozent. Eine Verbesserung zeichnet sich ab in den Aufsichtsräten mit einem Frauenanteil von immerhin 16,2 Prozent, was einem Plus von fast 10 Prozent entspricht.

„Die Situation bessert sich, aber viel zu langsam“, appelliert Fetik an die Unternehmen, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen - in ihrem eigenen Interesse. Eine 2014 an 22.000 Unternehmen in 91 Ländern durchgeführte Studie des Peterson Institutes for International Studies bestätigt den signifikanten Zusammenhang zwischen Frauen in Führungspositionen und dem Gewinn eines Unternehmens: Demnach erwirtschaften 30 Prozent und mehr Frauen im Management höhere Umsatzsteigerungen als Unternehmen, die nur auf Männer in Entscheidungsfunktionen setzen. „Abgesehen von diesen Bilanz-Erfolgen bestätigt die Studie auch, dass die Präsenz von Frauen zur Vielfalt von Managementfähigkeiten beiträgt“, so Fetik weiter: „Ganz klar, die Wirtschaft braucht die Frauen an der Spitze mehr als die Frauen diese Spitzenjobs.“

Mehr Frauen in Führungspositionen

Die Forderungen der GPA-djp-Frauen liegen auf der Hand - mehr Frauen in Führungspositionen, in allen Branchen. „Und damit meinen wir nicht nur das sogenannte Top-Management, der Aufstieg soll auch mit einem nächsten Entwicklungsschritt beginnen, zur Leiterin der Schadensabteilung in einer Versicherung, als Gebietsverantwortliche im Pflegebereich, Filialleiterin im Handel, Projektleiterin im Forschungsbereich, Leiterin der Software-Entwicklung im IT-Bereich, Leiterin des Kommerzbereichs im Finanzwesen und vieles mehr“, nennt Fetik eine ganze Palette an möglichen Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen: Innerbetriebliche Entwicklungsmöglichkeiten, Mentoring-Programme, Assessment-Runden speziell für Frauen, Auswahl von Führungskräften, die Frauen beim Aufstieg bevorzugen, Führungspositionen auch für Teilzeitbeschäftigte, Quotenziele, Betriebsvereinbarungen mit der Festlegung eines Maßnahmenplans.

„Eine Quotenregelung mag nicht allen gefallen, aber sie ist notwendig. Das Argument, es wäre besser, Unternehmen würden ganz von selbst mehr Frauen in Aufsichtsräte und Spitzenpositionen bringen, ist von der Realität längst entzaubert: Freiwillig hätten Unternehmen nämlich schon seit Jahrzehnten die Möglichkeit, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, sie tun es aber nicht – wahrscheinlich, weil die Männer ihren Sessel nicht räumen wollen“, so Fetik abschließend: „Wir Frauen können führen, wir Frauen wollen führen! Es ist höchste Zeit für mehr Frauen in Führungspositionen – nicht nur in staatlichen Organisationen sondern auch in der Privatwirtschaft! Der wirtschaftliche Erfolg wird sich beweisen.“

 

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