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Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Pflegekarenz - Pflegekarenzgeld (Stand: 1.9.2017)

Sofern das Arbeitsverhältnis ununterbrochen bereits 3 Monate gedauert hat, kann AN schriftlich eine Pflegekarenz gegen Entfall des Arbeitsentgelts zum Zwecke der Pflege, Betreuung eines/einer nahen Angehörigen (im Sinne des §14a AVRAG) verlangen, sofern diese/r Pflegegeld der Pflegestufe 3 (Bescheid!) bezieht. Während dieser Zeit besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung, jedoch ein Anspruch auf einkommensabhängiges Pflegekarenzgeld (mindestens aber die gesetzliche Geringfügigkeitsgrenze (Stand Jänner 2018: € 438,05). Dieses kann maximal für 6 Monate beim Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen beantragt werden.


Bei demenziell erkrankten Patienten ist eine Pflegekarenz zulässig ab der Pflegestufe 1 bei Antritt der Pflegekarenz. Nach Antritt der Pflegekarenz ist die Vereinbarung einer Pflegeteilzeit für dieselbe zu betreuende Person nicht mehr zulässig.


Die schriftliche Vereinbarung hat Beginn und Dauer von mindestens 1 bis höchstens 3 Monate zu enthalten und darf grundsätzlich nur einmal (!) pro zu betreuenden nahen Angehörigen geschlossen werden und kann nur einmal um maximal 3 Monate verlängert werden. Bei der Vereinbarung ist auf die betrieblichen Interessen und die Interessen des AN Bedacht zunehmen. (Interessenabwägung!) Der zuständige Betriebsrat ist auf Verlangen des AN/der ANIn den Verhandlungen beizuziehen. Im Falle einer wesentlichen Erhöhung des Pflegegeldes zumindest um eine Pflegestufe ist eine einmalige Verlängerung zulässig.


Hat AN eine Pflegekarenz bereits angetreten, ist die Vereinbarung einer Pflegeteilzeit für dieselbe zu betreuende Person unzulässig.

Der/die ANIn darf die vorzeitige Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit verlangen

  • nach Aufnahme in die stationäre Pflege oder Betreuung in Pflegeheimen
  • der nicht nur vorübergehenden Übernahme der Pflege und Betreuung durch eine andere Betreuungsperson sowie
  • wenn der nahe Angehörige verstirbt.

Die Rückkehr darf frühestens zwei Wochen nach Meldung des Eintritts der im ersten Satz genannten Gründe erfolgen.


Bei Berechnung von Abfertigung alt und Urlaubsersatzleistung ist das für den letzten Monat vor Freistellung gebührende Entgelt zu Grunde zu legen.


Zeiten von einschlägigen Freistellungen bleiben für dienstzeitabhängige Ansprüche außer Betracht wobei Sonderzahlungen und Urlaubsansprüche aliquotiert werden.

Auch bei befristetem Dienstverhältnis in einem Saisonbetrieb ist die Vereinbarung einer Pflegekarenz von mindestens 1 Monat bis höchstens 3 Monate zulässig, sofern das befristete DV ununterbrochen 2 Monate gedauert hat und jeweils vor dem Antritt einer Pflegekarenz eine Beschäftigung zum selben AG im Ausmaß von mindestens 3 Monaten liegt. (Innerhalb einer Rahmenfrist von 4 Jahren ab Antritt der Pflegekarenz sind kürzere Beschäftigungszeiten zum selben AG zum Erreichen des Mindesterfordernisses von 3 Monaten zusammen zu rechnen.)

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