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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Altersteilzeit

Altersteilzeit – mit gesetzlichen Änderungen ab 1.1.2019

Die Altersteilzeit soll es älteren MitarbeiterInnen ermöglichen, ihre Arbeitszeit individuell zu reduzieren, ohne dabei auf Ansprüche auf Pension, Arbeitslosengeldansprüche sowie Ansprüche der Krankenkasse verzichten zu müssen.
Altersteilzeit gebührt nur dann, wenn der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin in den letzten 25 Jahren mindestens 15 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen ist. Diese Voraussetzung muss zu Beginn der Vereinbarung erfüllt sein. Die Einstellung einer Ersatzkraft ist nicht mehr Voraussetzung.

Derzeit ist es noch möglich Altersteilzeit unter der Voraussetzung zu vereinbaren, dass man in 7 Jahren das Regelpensionsalter erreicht. Das Zugangsalter für Altersteilzeit von derzeit mindestens 53 Jahren für Frauen und 58 Jahren für Männer gilt noch bis 31.12.2018.

Danach wird ab 1.1.2019 das Antrittsalter um 2 Jahre auf 55 Jahre für Frauen bzw 60 Jahre für Männer angehoben.
 

Die Neuregelung ab 1.1.2019 besagt:

Altersteilzeit gebührt für längstens 5 Jahre für Personen, die das Regelpensionsalter vor Ablauf des Jahres 2018 nach spätestens sieben Jahren, ab 2019 nach spätestens 6 Jahren und ab 2020 spätestens nach 5 Jahren erreicht haben.

  •  Beispiel: Ein 1960 geborener Mann kann 2018 mit 58 in Altersteilzeit gehen (hier gilt noch die Rechtslage 7 Jahre bis zum Regelpensionsalter 65);
     
  •  Ein 1961 geborener Mann kann erst 2 Jahre später mit 60 Jahren in ATZ gehen, denn 2019 ist er noch nicht 59 (6 Jahre bis 65) und ab 2020 gilt das Mindestalter von 60 Jahren.

Es gibt grundsätzlich keinen Anspruch auf Altersteilzeit. Nur durch vertragliche Vereinbarung mit dem/der ArbeitgeberIn können ArbeitnehmerInnen für die Dauer von längstens 5 Jahren ihre Arbeitszeit um 40 bis 60% (zB bei einer 40 Stunden-Woche zwischen 16 und 24 Stunden) der ursprünglichen Normalarbeitszeit verringern und erhalten zwischen 70 und 80% des bisherigen Einkommens.
Die Sozialversicherungsanteile für Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung werden in der bisherigen Höhe (!) vom/von der ArbeitgeberIn weiter bezahlt. Es gibt also keine Einbußen bei der gesetzlichen Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung !
Der/die ArbeitgeberIn erhält einen Zuschuss des Arbeitmarktservice (AMS) und ist verpflichtet, einen Lohnausgleich zu bezahlen, der auf Basis des durchschnittlichen Vorjahresentgelts berechnet wird und die Hälfte des Entgeltverlustes beträgt. Die Obergrenze des Einkommens bei Altersteilzeit ist die Höchstbeitragsgrundlage gem § 45 ASVG von derzeit EUR 5.130,-- (Stand 1.1.2018).

Altersteilzeit kann auch von Teilzeitbeschäftigten, deren Arbeitszeit in den letzten 12 Monaten weniger als 80%, zumindest jedoch 60% der Normalarbeitszeit betragen hat, vereinbart werden. Phasen einer Kurzarbeit werden wie Zeiten der Normalarbeitszeit gewertet. Die Neuregelung ab 1.1.2019 bringt allerdings für jene Fälle Verschlechterungen, in denen sich ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn auf eine länger als 5 Jahre dauernde Teilzeitphase verständigt haben, in welche die geförderte Altersteilzeit integriert wird:
 

  • Beispiel:  Eine 1964 geborene Frau vereinbart mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeit für die Dauer von 5 Jahren, die 2018 beginnt. Für die verbleibenden beiden Jahre bis zum Regelpensionsalter wird eine „normale“ Teilzeitbeschäftigung vereinbart. Ein solcher Gestaltungsraum bleibt für 1965 Geborene nicht mehr. Hätten sie bislang das Mindestalter für die Altersteilzeit mit 54,5 erfüllt und somit 2019 eine Altersteilzeit beginnen können, gilt dann aber bereits, dass das Regelpensionsalter in max. 6 Jahren erreicht werden muss. Das erfüllen sie 2019 nicht. Sie können daher erst 2021 fünf Jahre vor dem Regelpensionsalter eine Altersteilzeit antreten, eine betriebliche Teilzeitmöglichkeit ohne Förderung, ist nicht mehr gestaltbar.

Die Altersteilzeit kann durchgehend oder geblockt mit anschließender Freizeitphase vereinbart werden.
Beim Blockmodell beträgt der Kostenersatz für den Arbeitgeber ab seit 1.1.2011 nur mehr 50 % (bis Ende 2010 waren es 55 %), bei kontinuierlicher Arbeitszeit 90%. Die (nicht so beliebte) kontinuierliche Arbeitszeitreduktion, die eine rasche Verminderung der Arbeitszeitkapazität bewirkt, wird somit durch eine höhere Ersatzrate begünstigt.
In kontinuierlichen Altersteilzeitvereinbarungen sind Schwankungen der Arbeitszeit möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass die Schwankungen innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von einem Jahr ausgeglichen werden oder die Abweichungen von der Normalarbeitszeit nicht mehr als 20% der Normalarbeitszeit betragen und insgesamt ausgeglichen werden (zB im 1.Jahr der Altersteilzeitlaufzeit 60% der Normalarbeitzeit, im 2.Jahr 50% der Normalarbeitszeit, im 3.Jahr 40% der Normalarbeitszeit).

Blockzeitvarianten liegen vor, wenn der Durchrechnungszeitraum, in dem Arbeitszeitschwankungen ausgeglichen werden, mehr als ein Jahr beträgt oder die Abweichungen von der Normalarbeitszeit mehr als 20%  betragen. Die Freizeitphase im Rahmen der Blockzeitvereinbarung kann - wie bisher - nicht mehr als 2,5 Jahre betragen.

Eine Abfertigung "alt" (nur bei Dienstverhältnissen, die vor dem 1.1.2003 abgeschlossen wurden) ist auf Basis der Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit und des damit verbundenen Entgeltes zu berechnen. Auch Überstunden sind im seinerzeitigen durchschnittlichen Monatsausmaß zu berücksichtigen.

ArbeitnehmerInnen, die eine eigene Leistung aus der Pensionsversicherung (ausgenommen Witwen-/Witwerpension), Sonderruhegeld gemäß dem Nachtschwerarbeitsgesetz oder einem Ruhegenuss aus einem Dienstverhältnis zu einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft beziehen oder zumindest die Anspruchsvoraussetzungen für eine dieser Leistungen erfüllen, sind vom Bezug des Altersteilzeitgeldes ausgeschlossen.
Die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für die Korridorpension (62 Jahre und 450 Versicherungsmonate) für den Zeitraum von einem Jahr stellt weiterhin kein Hindernis für eine Altersteilzeit dar. Längstens kann Altersteilzeit jedoch bis zur Erreichung der Anspruchsvoraussetzungen für eine vorzeitige Alterpension bei langer Versicherungsdauer abgeschlossen werden. Durch das höhere Antrittsalter zur Altersteilzeit ab 1.1.2019 bedeutet dies für die betroffenen KollegInnen, die die Blockvariante gewählt haben, eine Verkürzung der Bezugsdauer auf 2 – max.3 Jahre, da diese Variante nur bis zum frühestmöglichen Pensionsanspruch möglich ist bzw bei der Korridorpension darüber hinaus 1 Jahr bezogen werden kann! Männer mit Anspruch auf Pension nach der Langzeitversichertenregelung können dann nur von 60 bis 62 eine geblockte Altersteilzeit vereinbaren. Männer mit Anspruch auf Korridorpension können nur bis 63 Jahre in geblockte Altersteilzeit gehen.

Die Auszahlung des Altersteilzeitgeldes erfolgt in monatlichen Teilbeträgen unter Berücksichtigung der anteiligen (steuerlich begünstigten) Sonderzahlungen. Kollektivvertragliche Lohnerhöhungen ab 2010 sind entsprechend dem Tariflohnindex zu berücksichtigen.

Bei Erkrankung während der Altersteilzeit erhält ein/e ArbeitnehmerIn im Rahmen der Entgeltfortzahlung sein/ihr Entgelt vom dem/der ArbeitgeberIn weiter. Nach Ausschöpfen der Entgeltfortzahlungspflicht durch den/die ArbeitgeberIn erhält der/die ArbeitnehmerIn Krankengeld von der Krankenkasse. Besteht gegenüber dem/der ArbeitgeberIn noch ein Anspruch auf halbes Entgelt, so gebührt auch während der Altersteilzeit halbes Krankengeld von der Krankenkasse.

Bei Erkrankung in der Arbeitsphase ist für Zeiten der 100%igen (50%igen) Entgeltfortzahlung der eingearbeitete Teil der Freizeitphase im vollen (halben) Umfang gesichert.


Nähere Auskünfte erteilt Ihnen Ihre GPA-djp-Regionalgeschäftsstelle.


 

 

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