Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

Datenschutzerklärung
GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Atypische Beschäftigungsverhältnisse

Atypische Beschäftigung nimmt laufend zu. Viele Arbeitgeber versuchen, über freie Dienstverträge oder Werkverträge Arbeitsrecht, Kollektivvertrag und Betriebsvereinbarungen zu umgehen. Wenn Ihnen ein freier Dienstvertrag oder Werkvertrag angeboten wird, sollten Sie diesen unbedingt in Ihrer GPA-djp-Regionalgeschäftsstelle prüfen lassen. Informieren Sie sich über Ihre Rechte. Bei der Frage, wie Ihr Arbeitsverhältnis zu qualifizieren ist, kommt es nämlich nicht darauf an, wie Ihr Arbeitsvertrag benannt wird sondern auf die tatsächliche Ausgestaltung Ihrer Tätigkeit.

Atypisch Beschäftigte sind weniger geschützt als Dienstnehmer und idR benachteiligt. Hier ein kurzer Überblick:

Dienstvertrag
Rechtsgrundlage:
Arbeitsrecht, Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen
Sozialversicherung:
ASVG-Vollversicherung (Kranken, Unfall- und Pensionsversicherung),
Arbeitslosenversicherung

Steuerrecht:
Unselbständige Beschäftigung/ Arbeitnehmerveranlagung
Geringfügige Beschäftigung möglich

Freier Dienstvertrag
Rechtsgrundlage:
Individuelles Arbeitsrecht, allerdings nur sehr eingeschränkt (sofern es nicht vom persönlichen Abhängigkeitsverhältnis ausgeht und den sozial Schwachen schützen soll)/ Freie Dienstnehmer unterliegen weder Kollektivvertrag noch Betriebsvereinbarung

Achtung: Für ständig freie MitarbeiterInnen gibt es Regelungen im Journalistengesetz sowie im Gesamtvertrag für ständig freie MitarbeiterInnen der österreichischen Tages- und Wochenzeitungen

Sozialversicherung:
ASVG (Vollversicherung, § 4 Abs 4 ASVG)
Seit 1.1.2008 sind auch freie DienstnehmerInnen, die über der Geringfügigkeitsgrenze verdienen, zusätzlich zur Kranken, Unfalls- und Pensionsversicherung auch arbeitslosenversichert und bei Insolvenz abgesichert.  Ebenso gibt es Anspruch auf  Krankengeld ab dem 4. Tag der Krankheit durch die zuständige Gebietskrankenkasse. Freie DienstnehmerInnen sind auch umfasst von der Abfertigung neu (Mitarbeitervorsorgekasse).

Bürgerliches Recht
Seit 1.7.2004 gilt das Gleichbehandlungsgesetz auch für freie Dienstnehmer (Näheres unter "Gleichbehandlungsrecht").
Weiters haben seit 1.8.2004 nun auch freie Dienstnehmer einen zwingenden Anspruch auf die Ausstellung eines Dienstzettels.

Steuerrecht:
Selbständige Beschäftigung/ Einkommenssteuererklärung
Geringfügige Beschäftigung möglich

Neue Selbständige (Werkverträge)
Rechtsgrundlage:
Bürgerliches Recht
Keine gesetzliche Interessenvertretung

Sozialversicherung:
GSVG
Steuerrecht:
Selbständiges Einkommen/ Einkommenssteuererklärung

Alte Selbständige
Rechtsgrundlage:
Führung eines Unternehmens mit Gewerbeschein/Innehabung eines Gewerbescheins Pflichtmitgliedschaft zur Wirtschaftskammer
Sozialversicherung:
GSVG
Steuerrecht:
Selbständiges Einkommen/ Einkommenssteuererklärung

(ASVG = Allgemeines Sozialversicherungsgesetz, GSVG = Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz, AlVG = Arbeitslosenversicherungsgesetz)

Artikel weiterempfehlen