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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Krankenstandsrückkehrgespräche

Arbeitgeber verlangen nach Krankenständen neuerdings verpflichtende Gespräche mit dem Vorgesetzten.

Oft ist es die Angst vor dem Jobverlust, die einen dazu treibt, auch krank zur Arbeit zu gehen. Und seit neuestem gibt es ein weiteres Instrument der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten unter Druck zu setzen: Das so genannte Krankenstandsrückkehrgespräch.

Das ist ein verpflichtendes Gespräch, das die ArbeitnehmerIn nach einem Krankenstand mit ihrem/ihrer Vorgesetzten über Ursachen und Auswirkungen ihrer Erkrankung führen muss.

Unternehmen begründen dies damit, dass Führungskräfte nützliche Informationen zu Hintergründen krankmachender Faktoren im Arbeitsumfeld und damit Wissen für konkrete Ansatzpunkte für ein effektives betriebliches Gesundheitswesen erwerben können.

Falscher Ansatz

An sich wäre der Vorsatz, ein gutes betriebliches Gesundheitswesen zu etablieren, zu begrüßen. Ob solche Gespräche das geeignete Mittel sind, ist allerdings mehr als zweifelhaft. Krankenstandsrückkehrgespräche setzen ArbeitnehmerInnen unter Druck, weil sie ein Klima des Misstrauens erzeugen. Die Gefahr ist hoch, dass ArbeitnehmerInnen lieber krank zur Arbeit erscheinen, als sich einem solchem Gespräch zu unterziehen.

Denkbare Folgen sind eine gesundheitliche Beeinträchtigung und Folgeerkrankungen bzw. chronische Erkrankungen. Dazu kommt, dass Führungskräften oft die soziale Kompetenz für ein so heikles Gespräch fehlt und sie dazu verleitet werden, das Instrument als Disziplinierungsmaßnahme einzusetzen.

Eine offene Unternehmenskultur und ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld tragen sehr viel mehr zur Reduktion von Erkrankungen bei als aufgezwungene Krankenstandsrückkehrgespräche.

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