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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Gemeinsam fair arbeiten?

Katzian zu den Vorwürfen der Industriellenverinigung: "Bleibt eine Überstunde nach einer Flexibilisierung à la IV eine Überstunde?"

Der Präsident der Industriellenvereinigung hat der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) im Zusammenhang mit der Diskussion um die Arbeitszeitflexibilisierung vorgeworfen, "unbegründet Ängste zu schüren, für die es keinerlei reale Grundlage gibt."

Schauen wir einmal, was einzelne Vertreter der Wirtschaft zum Thema Arbeitszeit von sich geben:

"Im Moment müssen wir in den Spitzenzeiten jede Überstunde teuer bezahlen" - Christian Knill, Obmann Fachverband Metalltechnische Industrie, Kleine Zeitung 13.3.2017

"Wichtig wäre, dass die Arbeitszeitflexibilisierung so gestaltet wird, dass wir Unternehmer einen Vorteil daraus haben" - Christian Freitag, Alpha Huf Transport, ORF Report, 23.5.2017

"Derzeit wird der Arbeitgeber sofort bestraft, wenn der Arbeitnehmer mehr als 10 Stunden arbeitet" - Thomas Salzer, NÖN, 1.5.2017

"Diese Beispiele beweisen, worum es scheinbar geht. Ich glaube der IV sogar, dass sie keine Streichung der Überstundenzuschläge will. Aber ob eine Stunde, die heute eine Überstunde ist, nach einer Flexibilisierung à la IV dann noch immer eine Überstunde ist, das muss sehr bezweifelt werden, wenn man die Durchrechnungswünsche und andere Forderungen ernst nimmt", stellt GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian fest.

Feiertage aktuell kein Thema

Gar nicht verständlich ist der Hinweis auf die Feiertagssituation in Österreich. Diese stand zumindest im Rahmen dieser Verhandlungen gar nicht zur Debatte. "Wenn die Industrie verlangt, Feiertage zu streichen, weil diese die Realität verfälschten, dann muss sie es sagen - die Menschen werden auch die entsprechende Antwort geben", so Katzian weiter.

Und was das Arbeitsprogramm der Bundesregierung betreffe: "Da kann man sich halt auch nicht nur eine Passage aussuchen, sondern muss zitieren, was sonst noch formuliert ist, nämlich die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche. Zur Klarstellung: die 6. Urlaubswoche gibt es jetzt schon im Urlaubsgesetz nach 25 Jahren im gleichen Betrieb, das ist also nichts Neues. Was sich geändert hat, das sind die Erwerbsbiografien, Menschen sind flexibler geworden, wechseln öfter den Dienstgeber, in vielen Fällen auch gegen ihren Willen, es wird also immer schwieriger, 25 Jahre im selben Betrieb zu arbeiten. Auch das gehört zur Flexibilität, die immer wieder gefordert wird“, erklärt Katzian. Hier eine faire Lösung zu finden in einer Zeit, in der auch die gesundheitliche Belastung ständig zunehme, das wäre ein Gebot der Stunde, so Katzian: "Das ist aber leider ein ideologischer Bremsklotz bei manchen Arbeitgebern.“

Lösungen, die für die ArbeitnehmerInnen Selbstbestimmtheit bedeuten

Die Gewerkschaften sind nach wie vor offen für faire flexible Lösungen bei der Arbeitszeit, bekräftigt Katzian abschließend: "Wir sind bereit zu Lösungen, die für die ArbeitnehmerInnen Selbstbestimmtheit bedeuten, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bringen und die nicht dazu führen, dass Arbeit quasi auf Abruf zum Regelfall wird. Schutzbestimmungen des Arbeitszeitgesetzes dürfen nicht aufgeweicht werden, der 12-Stunden-Tag muss die geregelte Ausnahme bleiben, Überstunden müssen Überstunden bleiben!“

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