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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Wolfgang Katzian, GPA-djp Vorsitzender Wolfgang Katzian, GPA-djp Vorsitzender

Wer Arbeitszeitverkürzung ausschließt, verschließt Augen vor der Realität

Volle Unterstützung für die Vorstöße von Sozialminister Stöger und ÖGB-Präsident Foglar

"Wer angesichts der Beschäftigungskrise in Europa und in Österreich Arbeitszeitverkürzung als eine Maßnahme zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit ausschließt, der verschließt die Augen vor der Realität. Es ist nicht davon auszugehen, dass es in nächster Zeit ausreichende Wachstumsraten gibt, um die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Während Hunderttausende auf Arbeitszeit Null gesetzt sind, gibt es insbesondere in Österreich immer mehr Beschäftigte, die zu lange arbeiten. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass Sozialminister Stöger von Seiten der Regierung und ÖGB-Präsident Foglar dieses Zukunftsthema in Diskussion bringen", so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Wolfgang Katzian.

"Die Stagnation in Sachen Arbeitszeitverkürzung ist endlich zu überwinden, liegt doch die bestehende gesetzliche Regelung bereits 40 Jahre zurück. Auch die letzten Schritte in Kollektivverträgen wurden vor nunmehr 25 Jahren gesetzt. Neben gesetzlichen und kollektivvertraglichen Schritten sind jedoch auch die Bemühungen um eine Reduktion von Überstunden zu intensivieren", so Katzian.

Arbeitszeitmodell von vorgestern, das Frauen benachteiligt

"Neben beschäftigungspolitischen Argumenten gibt es auch weitere, die für eine neue Arbeitszeitpolititk sprechen. Wenn wir wollen, dass die Menschen in Zukunft länger berufstätig und dabei gesund, leistungsfähig, motiviert und kreativ bleiben, dann müssen die Erwerbsbiografien in Zukunft anders aussehen. Dann brauchen wir neue Arbeitszeitmodelle, die den ArbeitnehmerInnen mehr Zeit zum Leben lassen, Zeit für Familienleben, Regeneration, Sport oder Weiterbildung sowie für die Teilhabe am politischen und kulturellen Leben", erklärt der GPA-djp-Vorsitzende.

"Die derzeitige Arbeitszeitrealität sieht so aus, dass Männer Vollzeit mit hohem Ausmaß an Überstunden arbeiten und Frauen in immer größerem Ausmaß Teilzeit. Das ist kein modernes Gesellschaftsmodell, sondern eines von vorgestern. Das Delta zwischen immer längeren Arbeitszeiten bei Männern und kurzer Arbeitszeit für Frauen muss daher geschlossen werden", so Katzian.

Sechste Urlaubswoche gefordert

Auch beim geltenden Urlaubsrecht werden Frauen benachteiligt. Seit dem Jahr 1984 ist im österreichischen Urlaubsrecht eine sechste Urlaubswoche vorgesehen, aber nur für ArbeitnehmerInnen, die 25 Jahre im selben Unternehmen arbeiten.

"Vor allem Frauen erfüllen oft nicht diese notwendige Voraussetzung, nämlich 25 Jahre Beschäftigung in ein und demselben Unternehmen. In Wirklichkeit werden sie dafür bestraft, weil sie den Arbeitgeber öfter wechseln und damit jene Flexibilität unter Beweis stellen, die von den Unternehmen gefordert wird.", so Katzian abschließend.
 

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