Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Freizeitoption – Voraussetzungen und Grundzüge

Grundzüge am Beispiel Elektro-/Elektronikindustrie im Jahr 2015

Voraussetzung Betriebsvereinbarung
Voraussetzung dafür, dass in einem Betrieb die Freizeitoption angewandt werden kann, ist der Abschluss einer freiwilligen Betriebsvereinbarung zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung. In Betrieben ohne Betriebsrat kann der Arbeitgeber die Vereinbarung mit den Gewerkschaften abschließen.

Individuelle Wahlmöglichkeit
Wird eine entsprechende Betriebsvereinbarung abgeschlossen, können die einzelnen ArbeitnehmerInnen mit dem Unternehmen vereinbaren, dass sie anstelle der Lohnerhöhung zusätzliche Freizeit erhalten.

Voraussetzung IST-Lohn/IST-Gehalt
Keine Möglichkeit, anstelle der Lohn- und Gehaltserhöhung zusätzliche Freizeit zu vereinbaren, besteht für jene ArbeitnehmerInnen, die keinen IST-Lohn bzw. -Gehalt haben, der über dem Mindestlohn bzw. Mindestgrundgehalt liegt oder deren Lohn oder Gehalt nach der Wandlung unter dem Mindestlohn liegen würde.

Wie lange gebührt die zusätzliche Freizeit?
Die zusätzliche Freizeit steht für jeden Kalendermonat bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses zu. Während des Verbrauches der zusätzlichen Freizeit läuft die Bezahlung weiter.

Wofür kann die zusätzliche Freizeit verwendet werden?

  • Die ArbeitnehmerInnen können vereinbaren, dass sich durch die zusätzliche Freizeit die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit verringert.
     
  • Es kann vereinbart werden, dass die zusätzliche Freizeit stundenweise variabel verbraucht wird.
     
  • Es kann vereinbart werden, dass das Zeitguthaben in ganzen Tagen verbraucht wird oder ein ganzwöchiger Zeitausgleich erfolgt.
     
  • Es ist möglich, die jährlich gebührende zusätzliche Freizeit mehrerer Jahre zu sammeln. Damit entsteht die Möglichkeit längerer Freizeitphasen.

Wieviel zusätzliche Freizeit gebührt laut dem KV-Abschluss 2015?
Der Kollektivvertrag sieht vor, dass ArbeitnehmerInnen, die anstelle der gesamten IST-Erhöhung von zwei Prozent zusätzliche Freizeit vereinbaren, pro Monat mindestens drei Stunden und 20 Minuten zusätzliche Freizeit erhalten. Im Kollektivvertrag wurde vereinbart, dass auch nur ein Teil der Erhöhung in zusätzliche Freizeit umgewandelt werden kann. In diesem Fall ergibt sich der anteilige Anspruch.

Was gilt für Teilzeitbeschäftigte?
Auch teilzeitbeschäftigte ArbeitnehmerInnen können sich für die Freizeitoption entscheiden. Sie erhalten Freizeit im aliquoten Ausmaß, entsprechend ihrer vereinbarten Arbeitszeit.

Was geschieht, wenn sich die Normalarbeitszeit von ArbeitnehmerInnen ändert?
Die gebührende Freizeit ändert sich ab dem Zeitpunkt der Änderung der Normalarbeitszeit entsprechend des Ausmaßes der Veränderung. Bis zur Änderung der Normalarbeitszeit erworbene Freizeitansprüche werden weder auf- noch abgewertet.

Was passiert, wenn ArbeitnehmerInnen zu einem anderen Arbeitgeber wechseln?
Eine getroffene Vereinbarung gilt nur für jenen Betrieb mit dem sie abgeschlossen wurde. Getroffene Vereinbarungen werden daher nicht automatisch wie ein „Rucksack“ mitgenommen.

Was passiert mit Zeitguthaben am Ende des Arbeitsverhältnisses?
Bezahlte Freizeit sollte grundsätzlich im aufrechten Arbeitsverhältnis verbraucht werden. Bestehen trotzdem am Ende des Arbeitsverhältnisses erworbene aber nicht verbrauchte Ansprüche, sind diese zu bezahlen.

Artikel weiterempfehlen