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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Wolfgang Katzian: Digitalen Wandel nicht den Märkten überlassen

GPA-djp Vorsitzender fordert in Abschlussrede zum Bundesforum: digitale Dividende zur Absicherung des Sozialstaates

„Nach all den Jahren, in denen wir bereits mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise kämpfen, würde schon eine gehörige Portion Ignoranz dazugehören, wenn man es dem Markt alleine zutraut, dass er den digitalen Wandel fair und sozial gestaltet“, formuliert der wieder gewählte Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Wolfgang Katzian bei seiner Grundsatzrede zum Abschluss des Bundesforums.

„Die gesellschaftspolitische Frage lautet: Wollen wir eine faire Chancenverteilung für künftige Generationen sicherstellen oder wollen wir ein Gesellschaftssystem von 20 % in jeder Hinsicht Bevorzugten und 80 % in jeder Hinsicht Benachteiligten“, so der GPA-djp Vorsitzende.

Faire Chancenverteilung

Um eine faire Chancenverteilung zu gewährleisten, müssten die gewaltigen Zugewinne an Produktivität und Reichtum, die durch den digitalen Umbruch möglich werden, so verteilt werden, dass sie für eine bessere, gerechtere und lebenswerte Gesellschaft eingesetzt werden, anstatt Macht und Geld noch stärker in den Händen Weniger zu konzentrieren.

Konkret fordert Katzian eine Qualifizierungsoffensive, eine gerechtere Verteilung der reduzierten Menge an Arbeit auf die Gesamtzahl der Erwerbssuchenden, die Erschließung neuer Beschäftigung insbesondere in Bereichen wo großer gesellschaftlicher Bedarf vorhanden ist, wie soziale Dienstleistungen, Pflege, Bildung, Gesundheit sowie Integration und interkulturelle Kompetenz. Die immensen Produktivitäts- und Wohlstandszuwächse müssen für die Finanzierung der Systeme der sozialen Sicherheit verwendet werden. Neben den Themen Arbeitszeitgestaltung, Kollektivverträgen und Verteilungspolitik gab Katzian der aktuellen Flüchtlingsthematik breiten Raum.

Klare Ansage gegen Hetzer

„Wenn Zäune die Antwort in Europa sind, dann ist das aus meiner Sicht das Ende der EU und des europäischen Friedensprojekts“, brachte es Katzian auf den Punkt. Katzian wandte sich auch entschieden gegen das Schüren von negativen Emotionen gegenüber Menschen in Not.

Und als klaren Auftrag an die Delegierten: „Lasst uns dagegen halten, wenn die Hetzer auftreten, auch im Betrieb, im Wirtshaus sowie in den sozialen Medien. Und lasst uns dies auch dann tun, wenn es unangenehm ist und wir nicht auf Zustimmung stoßen.“

>>> Bilder vom zweiten Tag

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