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Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Schutz für Whistle-Blower muss her

Europäische Initiative für bessere rechtliche Absicherung

Es soll vorkommen, dass es schwerwiegende Missstände in Unternehmen gibt. Es soll auch vorkommen, dass derartige Missstände das Licht der Öffentlichkeit scheuen. Es soll mitunter passieren, dass Menschen diese Missstände doch ans Tageslicht bringen – und dann ins „Dunkel der Geschichte“ abtauchen (müssen), weil ihnen nicht geglaubt wird, weil sie als „Nestbeschmutzer“ gebrandmarkt werden oder sie schlicht und einfach aus dem Betrieb gemobbt/gebosst werden.

Was ist Whistle-Blowing
Nicht jedes Melden von Missständen oder unangebrachtem Verhalten ist gleich Whistle-Blowing. Als Whistle-Blowing wird es nur bezeichnet, wenn der Vorfall von größerer Tragweite ist (z.B. Korruption und/oder Bestechung im großen Stil), wenn Tatsachen aufgedeckt werden, wenn die Öffentlichkeit ein Interesse daran hat (z.B. Umweltverschmutzung, Ausgaben der öffentlichen Hand).

Whistle-Blowing leicht(er) gemacht
Um derartige Meldungen im Bereich der finanziellen Geschäfte (z.B. Bestechung, Betrug) außerhalb der betrieblichen Infrastruktur zu ermöglichen, hat die österreichische Korruptionsstaatsanwaltschaft eine entsprechende Stelle eingerichtet. Um verbotene Inhalte im Internet (z.B. Kinderpornographie, NS-Wiederbetätigung,…) melden zu können, haben die österreichischen Internet-Provider eine öffentliche Hotline eingerichtet. Viele Betriebe haben interne Meldestellen installiert, an die sich die Mitarbeiterinnen (manchmal auch anonym) wenden können. Amerikanische börsenotierte Konzerne, Banken und Pharmaunternehmen sind per Gesetz verpflichtet Whistle-Blowing-Hotlines zu errichten.

Was aber geschieht mit jenen, die Missstände melden?
Der weltweit wohl berühmteste Whistle-Blower lebt derzeit in einem Hotel in Moskau und hat seine Familie seit Jahren nicht mehr gesehen. Andere landen im Militär-Gefängnis. Wieder andere halten dem Druck, der nach der Enthüllung auf sie ausgeübt wird, nicht stand. Von den meisten aber hört und sieht man nichts. Whistle-Blower, die Missstände bei ihren ArbeitgeberInnen aufzeigen, werden oftmals verleumdet, versetzt oder aus dem Betrieb verabschiedet.

EU-weit haben nun zahlreiche Gewerkschaften und NGOs eine Initiative zum Schutz der Whistle-Blower gestartet. Mit dem Slogan „Whistleblower brauchen EU-Schutz – Leben, Umwelt und Steuergelder stehen auf dem Spiel“ werden Unterschriften gesammelt, um eine Gesetzesmaßnahme zum einheitlichen und besseren Schutz von Missständen meldenden Menschen zu erreichen.

 

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