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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Startschuss: KV Frühjahrsrunde

Die kollektivvertraglichen Frühjahrsrunden sind gestartet. Für mehr als 340.000 Beschäftigte geht es um höhere Löhne und Gehälter, sowie um Verbesserungen im Rahmenrecht.

Die diesjährigen KV-Verhandlungen der Chemischen Industrie wurden mit 3,4 % auf KV-Gehälter und 3,2 % auf IST-Gehälter abgeschlossen, mindestens jedoch um 80 Euro. Ebenso wurden die kollektivvertraglichen Zulagen sowie die Lehrlingsentschädigungen um mindestens 3,4 % erhöht, Reiseaufwandsentschädigungen und Messegelder um 1,95 %.
Bei überlangen Arbeitszeiten stehen den Beschäftigten künftig für die dritte und die folgenden Überstunden an einem Tag ein Zuschlag von 100% zu. Werden in einer Arbeitswoche mehr als 50 Stunden gearbeitet, so gebührt (ausgenommen bei Gleitzeit, ab der 51. Stunde, sofern es sich um eine Überstunde handelt, ein Zuschlag in der Höhe von 100 %.

Der KV-Abschluss im Bereich Elektro-/Elektronik-Industrie schafft eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,2 % auf IST-Löhne und -Gehälter und 3,4 % auf KV-Löhne und -Gehälter sowie eine besondere Erhöhung der Schichtzulage. Die Lehrlingsentschädigungen werden um bis zu 22 % erhöht. Zur Abfederung des Arbeitszeitgesetzes betragen Zuschläge für die 11. und 12. Arbeitsstunde täglich beziehungsweise ab der 51. Arbeitsstunde wöchentlich künftig 100 %. Der neue Kollektivvertrag sieht weiters einen Rechtsanspruch auf den Papamonat vor.

Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter sowie die Ist-Löhne und –Gehälter der Papierindustrie werden um 3,2 bis 3,4 % erhöht. Darüber hinaus gilt eine Mindesterhöhung von 80 Euro, wodurch sich für niedrige Einkommen Steigerungen bis zu 4,8 % ergeben können. Zum Ausgleich für die Verschlechterungen im Arbeitszeitgesetz wird ab 1.1.2020 ein 100-prozentiger Zuschlag für die 11. und 12. Tagesarbeitsstunde sowie ab der 51. Stunde in der Woche fällig. Hinzu kommen stärkere Antrittsrechte für die Beschäftigten beim Verbrauch von erworbenen Zeitguthaben.

Für die etwa 73.000 Angestellten der österreichischen Kreditinstitute konnte erst nach der X. Verhandlungsrunde und nach österreichweiten Aktionen vor Bankfilialen ein Abschluss erzielt werden. Die KV-Gehälter steigen – je nach Einstufung - zwischen 2,8 bis 3,37 %. Lehrlinge in Banken erhalten künftig eine um 3,5 % höhere Lehrlingsentschädigung.

Mit dem Geltungsbeginn am 1. Mai 2019 steigen in den privaten Bildungseinrichtungen (BABE KV) die unteren Verwendungsbereiche zwischen 2,7 und 3,3 %, die höheren um 2,6 bis 2,82 %. Die Lehrlingsentschädigung wird um 3,2 % erhöht. Weiters wurden zusätzliche Urlaubstage, Verbesserungen bei der Abrechnung von Elternkarenzzeiten und der Zugang zu Familienzeit und Väter-Frühkarenz vereinbart.

Um 2,8 % steigen Tarifgehälter und Quinquenniensummen für JournalistInnen bei Tages- und Wochenzeitungen. Außerdem werden die Honorarsätze für Textbeiträge von freien JournalistInnen von € 37,96 auf € 40,- angehoben. Alle übrigen Honorarpositionen werden ebenfalls um 2,8 % erhöht. Weiters wurde die Anrechnung von Elternkarenzzeiten ab 1. Juni 2019 von 22 auf 24 Monate erhöht.

Für die Beschäftigten der öffentlichen Flughäfen wurde in der zweiten Verhandlungsrunde ein Abschluss erzielt. Die kollektivvertraglichen Mindest- und IST-Gehälter steigen um 2,7 %, die Lehrlingsentschädigungen gar um 8,1 %. Ebenso konnte man sich auf rahmenrechtliche Verbesserungen einigen.

Der KV Abschluss Spedition und Logistik bringt ein Einstiegsgehalt von € 1.800,- und eine KV-Erhöhung von 2,8 % sowie einen Bonus von € 100,- für alle Angestellten; für Lehrlinge gibt es ein Plus von 5,6 bis 18,5 %. Weiters ist es gelungen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, speziell für Frauen, Familien und junge ArbeitnehmerInnen zu vereinbaren.

Weitere KV-Verhandlungen gibt es etwa in den Branchen Textilindustie, Lederwaren- und Kofferindustrie, Schuhindustrie, Bekleidungsindustrie, Glasbe- & -verarbeitende Industrie sowie in vielen Sektoren aus dem Agrar- und Nahrungssektor.

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