Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Warum sich die ArbeitgeberInnen in einem heißen Herbst warm anziehen sollten?!

Der Anstieg tatsächlicher Arbeitszeit, weniger Zeit für Familie, Bildung, ehrenamtliches Engagement, geringere Planbarkeit, eintretende Einkommensverluste, erhebliche Rechtsunsicherheit sowie Zurückdrängen der Mitbestimmung auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene: Diese und andere Effekte werden in Zukunft für viele Beschäftigte in Österreich eintreten.

Die Kernaufgabe des Arbeitszeitgesetzes ist es, die Arbeitnehmer vor überlangen Arbeitszeiten zu schützen. Diese Schutzfunktion hat das Arbeitszeitgesetz mit der vorliegenden Novellierung verloren. Seit dem 1. September 2018 kann nun bis zu 13 Wochen täglich 12 Stunden und wöchentlich 60 Stunden gearbeitet werden.

Am 5. Juli hat das Parlament mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ sowie der NEOS den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche beschlossen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung der Regierung trat das Gesetz überfallsartig bereits am 1. September 2018 in Kraft.

Viele werden sich nun fragen: Was hat sich geändert?
Es wurde ja schon vor dem 1. September täglich 12 Stunden gearbeitet, wenn es nötig war. Dies ist zwar richtig, doch vor dem 1. September waren die Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet mit dem Betriebsrat über diese langen Arbeitszeiten eine Betriebsvereinbarung abzuschließen.
Dabei musste der Arbeitgeber den Betriebsrat die wirtschaftliche Notwendigkeit dieser Maßnahme plausibel erklären.
Der Betriebsrat wiederum hatte darauf zu achten, dass die Arbeitstage an denen 12 Stunden gearbeitet werden sollte, auf ein Minimum beschränkt blieben. Auch hatte der Betriebsrat dafür zu sorgen, dass es entsprechende Ausgleichsmaßnahmen, wie längere Freizeitblöcke gab.

Die Gewerkschaftsbewegung hat diesen Angriff auf Gesundheit, Einkommen und Freizeit der Beschäftigten nicht unbeantwortet gelassen. Die Demo am 30. Juni mit über 100.000 TeilnehmerInnen und hunderte Betriebsversammlungen waren erst der Anfang.
Mehr als 900 BetriebsrätInnen aus allen Gewerkschaften haben sich am 18. September zur ersten österreichweiten Konferenz aller KollektivvertragsverhandlerInnen in Wien getroffen.
Vor dem Hintergrund des von der Regierung beschlossenen 12-Stunden-Tags und der 60-Stunden-Woche haben sich die GewerkschafterInnen auf eine gemeinsame Linie für die kommenden Kollektivvertrags-Verhandlungen geeinigt. Entsprechend fordern die Gewerkschaften von ihrem jeweiligen Gegenüber auf Arbeitgeberseite eine Sonder-KV-Runde zum Thema Arbeitszeitregeln.

Folgende Kompensationsmaßnahmen wurden dort als besonders geeignet angesehen:
- Kürzere Arbeitszeiten
- Mehr zusammenhängende Freizeiten
- Mehr Planbarkeit und Mitbestimmung für ArbeitnehmerInnen
- Beschränkung von Überstunden
- Verbesserte Abgeltung von Überstunden und von Arbeit zu besonders unattraktiven Zeiten

Aktuell werden u.a. in den Bereichen Metallindustrie, Brauerei oder IT KV-Verhandlungen geführt. Dabei wird von Arbeitgeberseite unter anderem die Öffnung der Kollektivverträge auf das neue Arbeitszeitgesetzt (12-Stunden-Arbeitstage) gefordert.
http://www.dubistgewerkschaft.at/

Wir kämpfen für ein gutes Leben für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!
Hunderte Kollektivverträge und tausende Betriebsvereinbarungen machen Arbeit bereits jetzt flexibel. Sie sorgen für gesunde Rahmenbedingungen. Das muss so bleiben!

https://www.neinzum12stundentag.at/
https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_0.a/1342596552956/home/1-kv-verhandlerinnen-konferenz

Unterstütze und jetzt und werde auch Du Gewerkschaftsmitglied!
Hier kannst Du Dich sofort online anmelden
Denn nur gemeinsam sind wir stark!

 

Artikel weiterempfehlen