Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Kollektivvertragsverhandlungen erhitzen Gemüter zur kalten Jahreszeit

Kollektivvertragsherbst

Die Betriebsversammlungen und Warnstreiks der vergangenen Tage zeigten Wirkung.
Neun Wochen nach der Forderungsübergabe, nach insgesamt 24 Runden und etwa 103 Verhandlungsstunden mit den sechs Fachverbänden bzw. Berufsgruppen der Metallindustrie, haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp am 22. November ihr Ziel erreicht und einen einheitlichen Kollektivvertrag sowie idente Lohn- und Gehaltsabschlüsse für alle 192.000 Beschäftigten erreicht.

Die Gewerkschaften konnten mit dieser Kollektivvertragseinigung sicherstellen, dass die durch die Arbeitszeitgesetzesnovelle entstandene Schieflage zu Gunsten der ArbeitnehmerInnen korrigiert wird. Dieses Ziel wurde im September von ÖGB und Gewerkschaften für alle Branchen aufgestellt und konnte nun erstmals umgesetzt werden.

Im Handel gab es bei der letzten Verhandlungsrunde Fortschritte und Annäherungen im rahmenrechtlichen Bereich. Jedoch liegen die Vorstellungen bei der Erhöhung der Gehälter noch sehr weit auseinander. Unmittelbar vor dem nächsten Verhandlungstermin werden die BetriebsrätInnen des Handels am 4. Dezember zu einer österreichweiten BetriebsrätInnenkonferenz in Wien zusammentreffen.

Für die mehr als 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich (Sozialwirtschaft Österreich) wird neben einer deutlichen Erhöhung der Löhne und Gehälter die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf der Agenda stehen. Die Beschäftigten dieser Branche unterliegen einem sehr hohen Arbeitsdruck. Die Forderung nach einer Arbeitzeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich ist wohl überlegt und geschieht nicht aus einer Laune.

Nach mittlerweile drei Verhandlungsrunden für die IT-Branche lehnt die Arbeitgeberseite nicht nur die berechtigte Forderung nach einem Zuschlag für die 11. und 12. Stunde kategorisch ab, sie beharrt vielmehr auf die Öffnung der Gleitzeit auf 12 Stunden ohne jegliche Abgeltung.  Ebenso gibt es von Seiten der Arbeitgeber keine Gesprächsbereitschaft bezüglich der Reform des IST-Modells.

Auch bei den Lohn- und Gehaltsverhandlungen in der österreichischen Bierindustrie sind die Fronten verhärtet. Nach fünf Verhandlungsrunden liegt das Arbeitgeberangebot sowohl bei den Lohn- und Gehaltserhöhungen, als auch bei der Arbeitszeit deutlich unter den Erwartungen der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp. Von Gewerkschaftsseite wurde daher gestern vorsorglich die Streikfreigabe erteilt.

Die rund 9.000 Beschäftigten des grafischen Drucks müssen aktuell ohne einen gültigen Kollektivvertrag arbeiten. Das Bundeseinigungsamt hat dem Antrag des Verbands Druck & Medientechnik, nicht länger Kollektivvertragspartner sein zu wollen, Mitte Juni stattgegeben.
Der Fachverband Druck in der WKÖ hatte nach einer Gesprächsrunde Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag als möglich erachtet, falls die Landesverbände zustimmen. Dies ist jedoch bis dato nicht geschehen. Dazu kommt, dass einzelne Betriebe der Branche schon jetzt den kollektivvertragslosen Zustand ausnutzen und das bestehende Arbeitsrecht zu verschlechtern beginnen.

Zudem werden in den nächsten Tagen und Wochen u.a. folgende Kollektivverträge verhandelt: Sozialversicherung, Telekom, Asfinag, Metallgewerbe, Rotes Kreuz, Mineralölindustrie


https://www.oegb.at/cms/S06/S06_0.a/1342600360290/home/heisser-herbst-bei-kv-verhandlungen

Artikel weiterempfehlen