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Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Arbeiten in Österreich - Die Wichtigsten Informationen

FAQs

• Gibt es in Österreich einen Mindestlohn?

Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn der für alle gilt, aber in den Kollektiverträgen (Tarifverträgen) werden Mindestlöhne für fast alle Berufe und Branchen in Österreich vorgeschrieben. Eine Übersicht über alle Kollektiverträge findet sich hier.

 

• Wie viele Stunden pro Woche wird in Österreich gearbeitet?
Die gesetzliche Normalarbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche, in vielen Kollektivverträgen sind jedoch kürzere Arbeitszeiten vorgeschrieben. Länger sollte nur in Ausnahmen und durch Anordnung des Arbeitgebers gearbeitet werden. Diese zusätzlichen Arbeitsstunden werden Mehrarbeits- oder Überstunden genannt und müssen durch Zulagen und Zeitausgleich besonders entschädigt werden, deswegen ist es wichtig darüber genaue Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen!

 

• Gibt es eine Arbeitslosenversicherung in Österreich?

Ja, für alle unselbstständigen Arbeitsverhältnisse, also für alle Arbeitsverhältnisse die einem Dienstvertrag oder Freien Dienstvertrag unterliegen, gilt eine verpflichtende Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge dafür werden vom Arbeitgeber und dem Dienstnehmer bezahlt und automatisch vom Gehalt abgezogen. Neue Selbstständige und EPU können sich freiwillig arbeitslosenversichern.

 

• Welche Leistungen umfasst die Arbeitslosenversicherung in Österreich?

Wer mindestens 52 Wochen in einem unselbstständigen Dienstverhältnis innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosigkeit gearbeitet hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld. Für unter 25jährige Beschäftigte reichen dafür 26 Wochen. Das Arbeitslosengeld beträgt maximal 60 % des vorherigen Nettoeinkommens. Wer Kinder hat, für die Familienbeihilfe bezogen wird, erhält maximal 80 % vorherigen Nettoeinkommens.

 

• Gibt es eine Krankenversicherung in Österreich?

Ja, für alle Arbeitsverhältnisse, die über die „Geringfügigkeitsgrenze“ (entspricht 438,05 Euro monatlich, im Jahr 2018) entlohnt werden, gibt es eine verpflichtende Krankenversicherung. Die Beiträge dafür werden bei Dienstverträgen und Freien Dienstverträgen vom Arbeitgeber und dem Dienstnehmer bezahlt und automatisch vom Gehalt abgezogen. Neue Selbstständige und EPU müssen sich selbst krankenversichern.

 

• Welche Leistungen umfasst die Krankenversicherung in Österreich?

Die Krankenversicherung in Österreich erstattet den Versicherten die Kosten (meist voll, bei Neuen Selbstständigen und EPU abzüglich eines Selbstbehalts) für die Behandlung bei Erkrankungen, bei Mutterschaft und meist auch nach Unfällen. Kinder sind kostenfrei mitversichert. Auch Arbeitslose und Pensionisten unterliegen der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer in Österreich nicht krankenversichert ist, hat die Möglichkeit sich über Notdienste und soziale Einrichtungen medizinisch behandeln und versorgen zu lassen. Beispielweise in Wien über http://www.amber-med.at/

 

• Gibt es eine Pensionsversicherung in Österreich?

Ja, für alle Arbeitsverhältnisse, die über der „Geringfügigkeitsgrenze“ (entspricht 438,05 Euro monatlich, im Jahr 2018) entlohnt werden, gibt es eine verpflichtende Pensionsversicherung. Die Beiträge dafür werden bei Dienstverträgen und Freien Dienstverträgen vom Arbeitgeber und dem Dienstnehmer bezahlt und automatisch vom Gehalt abgezogen. Neue Selbstständige und EPU müssen sich selbst pensionsversichern.

 

• Gibt es einen Kündigungsschutz Österreich?

Nein, in Österreich gibt es keinen allgemeinen Kündigungsschutz. Grundsätzlich kann jedeR ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, es gibt allerdings Ausnahmen, zum Beispiel für Schwangere, befristet Beschäftigte oder ältere Beschäftigte die kurz vor der Pension stehen. Außerdem gibt es Schutzfristen die zu beachten sind, damit Beschäftigte nicht von einen Tag auf den anderen einfach gekündigt werden können! Welche Kündigungsfrist gilt, steht im jeweiligen Kollektivvertrag dem das Dienstverhältnis unterliegt. Vor der Kündigung muss außerdem der Betriebsrat informiert werden, der die Kündigung anfechten kann, wenn sie sozial ungerechtfertigt erfolgt. Sollte es keinen Betriebsrat geben, kann die Kündigung auch von dem/der Beschäftigten selbst innerhalb von zwei Wochen angefochten werden.

 

• Was ist ein Betriebsrat?

Der Betriebsrat ist die selbstgewählte Vertretung der Beschäftigten am Arbeitsplatz gegenüber dem Arbeitgeber. Der Betriebsrat hat für die Beschäftigten ein Mitspracherecht im Betrieb über soziale, personelle und wirtschaftliche Angelegenheiten. Der Betriebsrat ist dafür da, die Beschäftigten zu unterstützen, sollte es zum Beispiel zu Konflikten mit dem Arbeitgeber oder auch KollegInnen kommen oder Überstunden nicht richtig bezahlt worden sein. Bei Problemen am Arbeitsplatz, sollte man sich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft wenden!

 

• Wie viele Urlaubswochen pro Jahr gibt es in Österreich?

Laut Gesetz stehen allen Beschäftigten mindestens fünf Wochen bezahlter Urlaub pro Jahr zu. Das sind 25 Arbeitstage, wenn wie meist üblich fünf Tage pro Woche gearbeitet wird oder 30 Werktage, wenn 6 Tage pro Woche, also auch am Samstag gearbeitet wird. Am Sonntag haben fast alle Beschäftigten frei, es wird nur in einzelnen Branchen, wie zum Beispiel der medizinischen Versorgung oder der Altenpflege, gearbeitet.

 

• Was für Sozialleistungen gibt es in Österreich?

In Österreich gibt es neben den Leistungen der Sozialversicherung wie dem Arbeitslosengeld, Krankengeld und der Pension auch Sozialleistungen die aus Steuereinnahmen finanziert werden. Darunter fällt zum Beispiel die Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Mindestsicherung, Studienbeihilfe oder Weiterbildungsgeld. Informationen dazu gibt es auf HELP.GV.AT oder beim Arbeitsmarktservice (AMS).

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